Malmẽ'dy, Kreisstadt im Regierungsbezirk Aachen der preuß. Rheinprovinz, an der Warche gelegen, ist Sitz eines Landratsamtes, eines Amtsgerichts und eines Hauptzollamts und zählt (1880) 5978 E., meist Wallonen, welche bedeutende Gerbereien und Sohllederfabriken, sowie Fabriken in Papier, blauen Leinwandkitteln, Preßspänen unterhalten, Leimsiederei treiben und die Produkte diefer Industrie in den Handel bringen. Die Stadt hat eine kath. Kirche und vier Kapellen, ein Progymnasium, eine Anstalt für alte Frauen, eine für alte Männer, ein Krankenhaus und ein Waisenhaus. In der Nähe von M. befindet sich eine sehr starke Stahlquelle. Früher war M. eine reichsunmittelbare Benediktinerabtei, die, um die Mitte des 7. Jahrh. gestiftet, mit Stablo unter einem Fürstabt stand, dessen Besitzungen in dem Fürstentum Stablo, wozu M. gehörte, und in der Grasschaft Ligne bestanden, welche im Frieden zu Lunsville 1801 an Frankreich kamen, 1815 aber teils an Preußen, teils an die Niederlande fielen. Der Kreis Malmsdy, am Ardennenwalde und an der Grenze der belg. Provinz Luxemburg, zählt (1880) auf 813 qkm 30974 meist kath. E., worunter 9600 franz. Wallonen; auch in den wallonischen Schulen ist die Unterrichtssprache die deutsche, nur der Religionsunterricht in der Unter⸗ und Mittelstufe wird französisch erteilt.