Erft, ein linker Nebenfluß des Rheins in der preuß. Rheinprovinz, welcher in der nördl. Eifel bei Holzmühlheim, 8 km südlich von Münstereifel (279 m Höhe), entspringt. Sie verläßt bei Euskirchen (150 m hoch) das Bergland, fließt fast nördlich gegen den Höhenzug Ville, dann diesem parallel nach NW., umgeht ihn bei Grevenbroich und mündet endlich bei Grimlin hausen, eine halbe Stunde unterhalb von Neuß. Bei Neuß fließt sie in 38 m Höhe. Sie ist 112 km lang, 4 km vor ihrer Mündung geht von ihr ein Wasser nach Neuß; dasselbe ist 1835 schiffbar gemacht und heißt. Erftkanal, seit er 1855—57 kanalisiert worden ist. Die Sohlenbreite ist 7,2 m. An die . bei Neuß schließt sich der Nordkanal an, durch welchen Napoleon I. 1806 unter Umgehung von Holland den Rhein mit der Nordsee verbinden wollte; er sollte von Grimlinghausen über Venloo nach Antwerpen geführt werden. Das Unternehmen wurde begonnen, aber wieder aufgegeben. Die Strecke von Neuß nach Schiefbahn, 15 km lang, wurde 1823 für den Verkehr mit kleinen Fahrzeugen schiffbar gemacht; weiter westlich ist alles dem Verfall überlassen.