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GeschichteBrockhaus 1882

Mamluken (arab., d. i. Sklaven) nannte man in Agypten vorzugsweise die aus fremden Gegenden stammenden Sklaven, welche die bewaffnete Macht der Sultane bildeten. Als im 13. Jahrh. Dschingis-Chan den größten Teil Asiens verheerte und eine Menge Einwohner als Sklaven wegführte, kaufte der Sultan Nedschm-Eddin Ejjub von Agypten, aus dem Geschlecht Saladins, deren 12000, zum Teil Mingrelier und Tscherkessen, meist aber Türken aus Kiptschak, ließ sie in allen kriegerischen Künsten unterrichten und bildete aus ihnen ein Reiterkorps, das sich bald zügellos und rebellisch zeigte, die Regierungsangelegenheiten an sich riß und nach Ermordung des Sultans Turan-Schah (1251) aus ihrer Mitte Eibek zum Sultan von Agypten ernannte, mit dem die Dynastie der Bahritischen M. begann; dieser folgte 1382 die zweite Mamluken-Dynastie, die Bordschiten, deren Gründer Berkuk war. Beider Herrschaft dauerte 266 IJahre, während welcher Zeit die M. verschiedene (Eroberungen machten und, unter Chalil, die Franken 1291 aus dem Orient vertrieben. Sultan Selim I. stürzte ihr Reich, nachdem er die Hauptstadt Kairo 1517 mit Sturm genommen, und setzte einen türk. Pascha über Agypten. Später nahm jedoch die Macht der Paschas wieder ab, und die Häupter der M., welche die verschiedenen Provinzen unter dem Titel von Beis verwalteten, rissen nach und nach alle Gewalt an sich. Als oberster dieser Beis zeichnete sich besonders in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. Ali Bei (s. d.) aus, nach dessen Tode unter den Mamlukenhäuptlingen Zwiespalt ausbrach, welchen der Sultan Abd-ul-Hamid (1786) benutzte, um Ägypten wieder unter seine Oberherrschaft zu bringen. Bonaparte trieb die M. bei dem Zuge nach Agypten nach einer Reihe blutiger Gejechte wieder in die Wüste zurück, errichtete jedoch später (21. Jan. 1804) eine Schwadron M. bei der Kaisergarde, welche sich aus Farbigen verschiedener Länder ergänzte und nach der Abdankung des Kaisers aufgelöst wurde. Durch List gelang es dem nachherigen Vizekönige von Agypten, Mehemed-Ali (s. d.), die M. samt ihren Beis 1. März 1811 zu vernichten. Vgl. Quatremere, «Histoire des sultans mamlouckso (nach dem Arabischen des Makrizi, 2 Bde. in 4 Tln., Par. 1837—45).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 394Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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