Mammut (Eléphas primigenius) hat man eine Elefantenart genannt, welche jetzt ausgestorben ist, in der Diluvialperiode aber über ganz Europa nördlich von den Alpen und Nordasien in Herden verbreitet war und noch längere Zeit mit dem vorgeschichtlichen Menschen zusammenlebte. Das M. übertraf an Größe noch den ind. Elefanten und hatte längere und größere, stärker gekrümmte Stoßzähne, anders gefaltete Backzähne und eine dichte Behaarung der Haut, welche im Nacken und am Halse eine Art Mähne bildete. Die Behaarung, sowie die Reste von Tannennadeln, die man in den Zähnen gefunden hat, beweisen, daß das M. in kältern Klimaten ausdauerte. Im vereisten Schuttlande Nordsibiriens (nicht im Eise, wie häufig be? hauptet wurde) sind ganze unversehrte Leichen dieser Tiere, zuerst von Pallas (1772) und namentlich von Adams (1806), später auch von Schmidt und andern gefunden worden. Neuerdings wurde von Lartet sogar in einer zur Renntierzeit Südfrankreichs gebildeten Ablagerung eine auf eine Elfenbeinplatte eingravierte, deutlich erkennbare Abbildung eines M. gefunden, die den Beweis liefert, daß das M. wirklich von dem Menschen gekannt war. In Deutschland hat man besonders bei Cannstatt und Wien, in Ungarn bei Ofen viele Reste des M. gefunden, und in Sibirien finden sich die Stoßzähne so häufig, daß Handel damit getrieben wird. (Die Abbildung eines vollen Skeletts findet sich auf Tafel: Säugetierreste aus dem Diluvium, Fig. 7, Bd. V, S. 356.)