FeedManöver
GeschichteBrockhaus 1882

Manöver (frz. manenvre) sind Truppenbewegungen zu verschiedenen Zwecken. Man unterscheidet hiernach: 1) M. im Frieden, d. h. die größern Truppenübungen, welche ein Bild der Kriegsverhältnisse geben sollen, um Truppen und vornehmlich die Führer darauf vorzubereiten. Man teilt sie in Schulmanöver, bei denen im voraus die Folgereihe der Momente bestimmt wird, und Feldmanöver, bei denen nur die allgemeine Lage durch Suppositionen normiert wird, die Führer aber selbständig handeln müssen. 2) Einleitungsmanöver zu Gefechten, d. h. alle Anordnungen, um die Truppen in möglichst vorteilhafter Weise in Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XI. das Gefecht eintreten zu lassen. 3) M., durch welche ein Zweck mit Vermeidung des Gefechts erreicht werden soll, z. B. weit ausgeholte Bewegungen gegen Flanke oder Rücken des Feindes, um ihn ohne Kampf zum Aufgeben einer Stellung zu veranlassen; man sagt dann, der Feind wird herausmanövriert. J) Festungsmanöver, d. h. die übungen der Festungsbesatzungen im Belagerungskriege. 5) Brückenmanöver, d. h. Feldmanöver, deren taktischer Zweck das Gefecht um einen Brückenübergang oder die Deckung eines Brückenbaues bildet, im engern Sinne aber auch die Bewegungen mit den Teilen einer Feldbrücke, z. B. das Ein- oder Abschwenken der einzelnen oder gekoppelten Pontons auf dem Flusse u. s. w. 6) Die Artillerie nennt manouyres de force die Arbeiten zur Bewegung schwerer Lasten, sowie diejenigen zur Instandsetzung gebrauchsunfähig gewordener Lafetten, Fahrzeuge u. s. w. Im Seewesen versteht man unter M. die vereinten Bewegungen der Schiffe einer Flotte, um dem Feinde entgegenzugehen, ihm den Wind abzugewinnen, im Treffen seine Schlachtordnung zu durchbrechen, den Fliehenden zu verfolgen oder sich der Verfolgung des Siegers zu entziehen u. dgl. Auch die verschiedenen Arbeiten auf dem Schiffe, z. B. die Handhabung der Taue und der Segel, das Lichten der Anker u. s. w., werden M. genannt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 417Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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