FeedMaräbut
ReligionBrockhaus 1882

Maräbut (vom arab. marbuth, d. i. gebunden, befestigt) ist ursprünglich der Name einer Sekte, welche im nordwestl. Afrika entstand, hier eine bedeutende polit. Macht erlangte und die Dynastie der Morabiten oder Almoraviden (s. d.) gründete. Nach der überwältigung der letztern durch die Almohaden blieb das Wort M. bei den Berbern in Gebrauch und bezeichnet bei denselben eine Person, welche in der Absonderung von den übrigen Menschen ein nur der Ascese und frommen Betrachtung Gottes gewidmetes heiliges Leben führt. Diese M. stehen bei dem Volke in größtem Ansehen, sie gelten ihm als Heilige, denen man die Kraft, Wunder zu thun und die Zukunft vorherzusagen, zuschreibt. Sie sind übrigens sehr häufig bei Moscheen und Grabkapellen angestellt, bei welchen sie ganz gewöhnliche Dienste verrichten. Auch das Grab eines solchen Heiligen nennt man M.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 428Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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