Maragha, Stadt in der pers. Provinz Aserbeidschan, 35 km östlich vom Urmiasee, 90 km von Tabris, soll früher Afrazherud geheißen, aber seit dem Kalifen Mervan den Namen M. (Wiese) erhalten haben, doch ist unstreitig der Name älter. Nachdem M. 1029 von den Seldschuken zerstört worden war, hob es sich zu großer Bedeutung, als Hulagu es zur Hauptstadt erhoben hatte. Hulagu, dessen Grabmal, wie das seiner Gattin, noch dort gezeigt wird, erbaute in M. eine berühmte Sternwarte, wo der Astronom Nasr Eddin (gest. 25. Juni 1274) die königl. Tafeln (Sedje Ilkhaniyeh) abfaßte. Jetzt zählt M. etwa 15000 E., welche namentlich bunte Glasscheiben fabrizieren.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 429Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei