Märtyrer, aber wohl mit Unrecht. Die Strenge, mit welcher er bei Wiederaufnahme Abgefallener verfuhr, erregte in der röm. Gemeinde so heftige Streitigkeiten, daß Maxentius ihn ins Exil schickte. Marcellus II., am 6. Mai 1501 zu Montefand in der Mark Ancona geboren, wurde 1539 zum Kardinal erhoben und war päpstl. Legat während der ersten Periode des Tridentiner Konzils. Papst war er vom 10. April bis 1. Mai 1555. Marcellus, Bischof von Ankyra in Galatien, war schon auf der Synode zu Nicäa 325 als entschiedener Gegner des Arius thätig, dann aber führte der Eifer für die Wesensgleichheit des Sohnes mit dem Vater ihn dazu, die persönliche Selbständigkeit des Sohnes im Unterschied vom Vater zu leugnen. Infolge dessen wurde M. von einer Synode zu Konstantinopel 336 wegen Sabellianismus seines Amtes entsetzt. Er starb 374. Vgl. Th. Zahn, M. von Ankyrap (Gotha 1867). Marcena, lat. Name für Marburg. Mareere (Emile Louis Gustave Deshayes de), franz. Politiker, geb. zu Domfront (Depart. Orne) 16. März 1828, trat in den Justizdienst, wurde 1871 in die Nationalversammlung gewählt, wo er seinen Sitz im linken Centrum nahm, und veröffentlichte 1873 eine Broschüre La république et les conservateurso, die viel Aufsehen erregte. Im J. 1876 in die Deputiertenkammer gewählt, wurde er März 1876 Unterstaatssekretär und im Mai 1876 Minister des Innern, welches Amt er bis Dez. 1876 und von neuem im Kabinett Dufaure und im Kabinett Waddington 14. Dez. 1877 bis 3. März 1879 bekleidete. Später wurde er lebenslängliches Mitglied des Senats. Marc-Fournier, franz. Dramatiker, s. Fournier (Marc Jean Louis). Maregraviaccen (Marcgraviacéae), Unterabteilung der Ternströmiaceen (s. d.). March (slaw. Moräva, bei den Alten Marus), der Hauptfluß Mährens, welcher die meisten Gewässer dieses Landes sammelt und zur Donau führt, entsteht 1263 müber dem Meere, unweit Altstadt, an dem Südabhange des 1417 m hohen Glatzer Schneebergs, bei dem Schwalbensteine, der auf der Südseite der Spieglitzer Schneeberg heißt, und den sog. Quarklöchern, zwei Kalksteinhöhlen, fließt anfangs südsüdöstlich über Olmütz, Kremsier und Hradisch, wendet sich dann südsüdwestlich über Göding, bildet von da ab erst Mährens, dann Osterreichs Grenze gegen Ungarn und mündet bei Theben oberhalb Preßburg nach einem Laufe von 350 Em in die Donau. Die vielfältige Verästelung und Zerspaltung ihres Wasservorrats, der die breite Thalebene mit einem Netze von Flußarmen übersponnen hat, beschränkt die Schiffbarkeit auf den untern Lauf; dieselbe beginnt erst bei Göding. Der fruchtbarste Teil ihrer Ebene ist die Hanna, südlich von Olmütz. Die bedeutendsten Nebenflüsse sind links die Betschwa, die unterhalb Olmütz mündet, rechts die wichtigere, 275 Em lange Thaya, welche von Rabs an, wo die mähr. und österr. Thaya zusammenfließen, in ihrem Laufe von Westen nach Osten meist die Grenze von Mähren und Osterreich bildet, Znaim und Nikolsburg berührt und bei St. Johann mündet, nachdem sie unterhalb Nikolsburg die vom Mährischen Gebirge über Brünn fließende Schwarzawa aufgenommen hat. March (die) heißt der nordöstliche an den obern Zürichsee und die Kantone St. Gallen und Glarus stoßende Bezirk des schweiz. Kantons Schwyz. Der südliche Teil der M., das Wäggithal, ist ein schönes Bergthal, nach N. geöffnet, umschlossen von wald- und weidereichen Voralpen, über welchen die kahlen Felshörner und Zinnen des Rädertenstocks (2295 m), des Brünnelistocks, des Fluhbergs und des Aubergs u. s. w. aufsteigen, bewässert von der Aa, die sich nach 23 km langem Lauf unweit Lachen in den Zürichsee ergießt. Der nördl. Teil, ein fruchtbares Korn⸗ und Obstland, durch die Aa in die untere und die obere M. geteilt, umfaßt das Ufergelände des Sees und die zwischen der untern Aa und dem Linthkanal ausgebreitete Ebene. Der Bezirk zählt 1880) auf 173 qkm 11207 meist kath. C., deren Haupterwerbsquellen der Acker⸗ und Obstbau, die Ulpenwirtschaft und die Baumwollindustrie sind. Hauptort ist Lachen (1636 E.). March, Stadt in der engl. Grafschaft Camridge, nördlich von diesem Orte, die einzige Stadt muf der sog. Isle of Ely, an dem hier schiffbaren Nen, mit (1881) 6190 C. und einer schönen Kirche, reibt Handel mit Kohle, Holz und Getreide. Marchand (frz.), Kaufmann; Marchand ailleur, Schneider, der ein Lager von Kleidertoffen hält; Marchandise, Ware; marchanieren, Handel treiben, feilschen. Marchand (Louis Joseph Narcisse, Graf), geb. 8. März 1791 zu Paris, ward 1812 Kammeriener bei Napoleon I., den er 1815 nach St.⸗Helena egleitete. Napoleon diktierte ihm daselbst den Précis des guerres de Césaro und ernannte ihn ueinem seiner Testamentsvollstrecker. Er starb 9. Juni 1876 in Trouville. Marchand (Margarete), Sängerin, Gemahlin sranz Danzis (s. d.). Marchandage rz., d. h. Afterunternehmung), unter Arbeiter und Arbeitslohn. Marche, ehemalige Provinz Frankreichs, umsßte das jetzige Departement Creuse fast völlig und nen großen Teil des Depart. Obervienne. Marche-en-Famene, Stadt in der belg. Pronz Luxemburg, im SSW. von Lüttich mit 00 E., hat Eisen⸗ und Stahlhämmer, Spitzenöppelei, Gerberei und Viehhandel. Marche-les-Dames, Dorf im Bezirk Namur rbelg. Provinz Namur, reizend am linken Ufer r Maas zwischen Namur und Huy gelegen, Station der Linie Lüttich-⸗Namur der Belgischen Nordbahn, zählt 987 E. An der Stelle des modernen, dem Herzog von Arenberg gehörenden Schlosses stand früher eine 1101 gegründete Abtei.