Marchesi (Pompeo, Cavaliere), ital. Bildhauer, geb. 7. Aug. 1789 zu Saltrio bei Mailand, ein Schüler Canovas, schuf eine große Anzahl von Statuen und Büsten, darunter die kolossale Bildsäule des Königs Karl Emanuel (zu Novara), die des Physikers Volta (in Como), die des Rechtsgelehrten Marchese Beccaria und des Komponisten Bellini, die Büste des Professors Zuccala im Athenäum zu Bergamo und ein Denkmal für die Malibran. Eine sitzende Marmorstatue Goethes in halbantiker Gewandung wurde in der Stadtbibliothek zu Frankfurt aufgestellt. Den Kaiser Franz J. bildete M. zweimal: zuerst mit Manfredoni für die Landstände von Steiermark (das 13 mhohe Standbild ist in Graz aufgestellt), dann für die kaiserl. Hofburg in Wien. Die Marmorstatue von Philibert Amadeus von Savoyen wurde 1843 in Turin aufgestellt. Daneben beschäftigte ihn jahrelang sein Hauptwerk, eine kolossale Marmorgruppe von neun überlebensgroßen Figuren, die er unter der Bezeichnung «Die gute Mutterv oder »Die Feier des Karfreitagso schuf und die, ein Geschenk des Kaisers Ferdinand an Mailand, 1852 in der Kirche San-Carlo aufgerichtet wurde. Sie stellt eine Mater dolorosa mit dem Leichnam Christi im Schoß dar, zu der eine Gruppe aus der glaubenden, liebenden und hoffenden Menschheit verehrend herantritt. M. starb als Professor an der Akademie der Künste zu Mailand 7. Febr. 1858.