FeedMetastasio
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Metastasio (Pietro Antonio Domenico Bonaventura), klassischer ital. Dichter, der Schöpfer des neuern ital. Singspiels, geb. zu Rom 13. Jan. 1698, hieß eigentlich Trapassi. Er zog durch sein Talent die Aufmerksamkeit des berühmten Rechtsgelehrten Gravina auf sich, der für M.s Erziehung sorgte und ihn 1718 zum Erben seines Vermögens einsetzte. M. betrat die Laufbahn als lyrisch-dramatischer Dichter mit dem Singspiel Didone abbandonata, das, von Sardi in Musik gesetzt, 1724 in Neapel aufgeführt wurde. Im J. 1729 rief ihn Kaiser Karl VI. nach Wien und ernannte ihn zu seinem Hofdichter. Er starb zu Wien 12. April 1782. Am berühmtesten machte er sich durch seine Opern und Cantatendichtungen, die von den Komponisten sehr gesucht waren. Am 26. Nov. 1855 wurde in der Michaelerkirche zu Wien ein vom Bildhauer Luccardi gefertigtes Denkmal M.s enthüllt. Von seinen Werken sind mehr als 100 Ausgaben erschienen. Vgl. Burney, «Memoirs of the life and writings of the abate M.v (3 Bde., Lond. 1796); Di Pietro M. e di Carlo Goldoni commentarii duop (Vened. 1834); Falconi, Pietro M. alla corte di Carlo VI e di Maria Teresiad (Wien 1883). M.s Briefwechsel gab Carducci (Bologna 1883) heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 663Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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