FeedMargarete von Ssterreich
GeschichteBrockhaus 1882

Margarete von Ssterreich, Statthalterin der Niederlande, Tochter Kaiser Maximilians I., geb. 10. Jan. 1480 zu Gent, kam 1482 nach dem Tode ihrer Mutter, Maria, der Tochter des Herzogs Karl des Kühnen von Burgund, an den Hof Ludwigs XI., um dort erzogen zu werden, weil sie dem Dauphin, dem nachherigen König Karl VIII., zur Gemahlin bestimmt war. Nachdem jedoch dieser sich 1491 mit Anna, der Erbin von Bretagne, vermählt hatte und deshalb der Kaiser Maximilian mit ihm in Krieg geraten war, kehrte sie, zufolge der Bestimmungen des Friedens zwischen beiden, 1493 an den Hof ihres Vaters zurück und verlobte Pnen mit dem Infanten von Spanien, Johann, rinzen von Asturien. Noch in demselben Jahre wurde sie Witwe, worauf sie sich w1501 mit dem Herzog Philibert II. von Savoyen vermählte, der aber ebenfalls schon 1504 verstarb. Nach Philipps des Schönen Tode ernannte sie ihr Vater zur Statthalterin in den Niederlanden, welches Amt sie bis an ihr Ende verwaltete. Sie starb 1. Dez. 1530 zu Mecheln, wo ihr 1850 ein Denkmal errichtet ward. Ihre Reden, Gedichte und Witzspiele, nebst ihren „Discours de sa vie et de ses infortuneso gab Jean Lemaire in der „Couronne Margaritiqued (1549) heraus; ihre Korrespondenz mit dem Kaiser Maxrimilian veröffentlichte Ghislain (2 Bde., Par. 1820); vgl. ferner Leglay (2 Bde., Par. 1839) und van den Bergh (2 Bde., Leid. 1845—47).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 442Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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