FeedMargarete
GeschichteBrockhaus 1882

Margarete von Frankreich oder von Valois, die Tochter Heinrichs II. und der Katharina von Medici, wurde 14. Mai 1553 zu St.⸗Germainen-Laye geboren und heiratete 18. Aug. 1572 den König von Navarra, den spätern Heinrich IV. von Frankreich. Die mit großer Pracht vollzogene Vermählung war der Vorläufer der Bartholomäusnacht (s. d.) oder Pariser Bluthochzeit. Als Heinrich von Navarra vom Hofe entfloh, wurde sie noch lange daselbst zurückgehalten und ihrem Gemahl erst 1578 nach Pau zugeführt. RII ihres zügellosen Lebens und ihrer ligistischen Gesinnung veruneinigte sie sich vier Jahre später mit demselben, verließ ihn und kam an den Hof, ward aber von Heinrich 1II. wegen ihres Lebenswandels verstoßen und eine Zeit lang festgehalten. Später kam sie wieder zu ihrem Gemahl und ging dann in die Auvergne. Nach der Thronbesteigung Heinrichs IV. wurde die kinderlose Ehe durch Clemens VIII. 1599 geschieden. Im J. 1606 ging sie nach Paris und daute sich im Faubourg St.⸗Germain ein großes Schloß, wo sie im Umgang mit Gelehrten und Schriftstellern lebte. Sie starb, als letzter Sprößling der Valois, 27. März 1615. Ihr Herz wurde im Kloster der Eilles du Sacré-Cœur niedergelegt,‚ das sie gestiftet hatte; sie selbst wurde in St.⸗Denis bestattet. Man hat von ihr interessante Mémoireso (Par. 1628 u. öfter; deutsch von Fr. von Schlegel, Lpz. 1803); eine Sammlung ihrer Briefe besorgte Guessard (Par. 1842). Vgl. Mongez, Histoire de la reine Marguerite de Valoiso (Par. 1777).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 441Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6