Margarete von Valois oder von Navarra, früher von Angouléme, die Schwester Franz' I. und die Tochter Karls von Orléans, Herzogs von Angouléme, aus der Ehe mit Luise von Savoyen, geb. zu Angouléme 11. April 1492, vermählte sich Dez. 1509 mit Karl, letztem Herzog von Alencon, erstem Prinzen von Geblüt und Connétable von Frankreich, der zu Lyon nach der Schlacht von Pavia 1525 starb. Aus Liebe zu ihrem Bruder, Franz I., begab sie sich nach dessen Gefangennehmung nach Madrid, um ihn persönlich, aber vergeblich, loszubitten. Im J. 1527 vermählte sie sich mit Henri d'Albret, König von Navarra, dem sie einen Sohn, welcher 1530 starb, und Jeanne d'Albret, die Mutter Heinrichs IV., gebar. Nach dem Tode ihres Gemahls (1544) führte sie allein die Regierung. Sie neigte sich lange dem Protestantismus zu, hielt sich gegen Ende ihres Lebens aber wieder mehr zum alten Glauben. Sie starb 21. Dez. 1549 auf dem Schlosse Odos oder Ortez in Bigorre. M. schrieb mit Gewandtheit in Versen und in Prosa und hinterließ das Heptaméron des nouvelleso, von Cl. Gruget geordnet (Par. 1559 und sehr oft; neue Ausgaben von Leroux de Lincy, 3 Bde., Par. 1853, von Jacob, Par. 1858, und von Pifteau, 1875), eine Sammlung von Erzählungen im Geschmack des Boccaccio, welche zuerst 1558 unter dem Titel Les amants fortunés v erschienen. Ein Theil ihrer dichterischen Produktionen war noch bei ihren Lebzeiten unter dem Titel (Marguerites de la Marguerite des princesses, três illustre reyne de Navarren von ihrem Kammerdiener Sylvius de la Haye veröffentlicht worden (Lyon 1547, dann Par. 1554 u. öfter). Ihren Briefwechsel gab Geénin heraus (Par. 1841; dazu Nouvelles lettreso, 1842). Vgl. Durand, Marguerite de Valois et la cour de François Io (2 Bde., Par. 1848); Leroux de Lincy, Essai sur la vie et les ouvrages de Marguerite d'Angoulémer (Par. 1853); Miß Freer, ELLife of Marguerite, queen of Navarren (2 Bde., Lond. 1855).