Mark (Medulla) heißt im allgemeinen die in der Mitte von größern Gewebsmassen gelegene, durch ihre weichere Beschaffenheit unterschiedene Substanz: ist der innere Teil härter als der äußere, so nennt man ihn Kern. In der Tieranatomie bezeichnet Mark zunächst das Fettgewebe, welches die Knochen ausfüllt (Knochenmark), dann das starke Bündel von Nervenfasern, welches als Fortsetzung des Gehirns von der Wirbelsäule (Rückenmark) umschlossen wird, endlich auch, wegen seiner markähnlichen Beschaffenheit, den Inhalt der einzelnen Nervenröhren (Nervenmarkh). In der Botanik nennt man Mark den innern meist aus parenchymatischen Zellen bestehenden Teil der Stammorgane und der Wurzeln. Bei den Stämmen der Dikotyledonen ist das M. nach außen von dem Gefäßbündelringe begrenzt, im M. selöst verlaufen nur in wenigen Fällen einzelne Gefäßbündel. Bei den Monokotyledonen, in deren Stengeln die Gefäßbündel nicht zu einem Ringe geordnet sind, sondern in der Regel über den ganzen Querschnitt zerstreut liegen, ist eine scharfe Grenze des M. nicht vorhanden, immerhin aber bezeichnet man das großzellige Parenchymgewebe im Innern der Stämme als M., und es ist dies auch ganz gerechtfertigt, da sowohl in anatom. wie physiolog. Beziehung dieses Gewebe dem M. der Dikotyledonen entspricht; dasselbe was von den Stammorganen der Monokotyledonen gesagt wurde, gilt im wesentlichen auch für diejenigen der meisten Gefäßkryptogamen. In den Wurzeln kann man als M. nur diejenigen parenchymatischen Gewebepartien bezeichnen, welche innerhalb der Gefäßplatten der radial gebauten centralen Leitbündel liegen. Da bei vielen Pflanzen diese Gefäßplatten im Innern der Wurzel zusammenstoßen, so kann man in diesen Fällen überhaupt nicht von einem M. reden. Bei den meisten Wurzeln, in denen ein M. vorhanden ist, hat dasselbe nur einen sehr geringen Durchmesser. In den Stammorganen sind die Dimensionen des M. bei den einzelnen Pflanzen sehr verschieden. Während bei einigen, hauptsächlich bei knollenartig verdickten Partien, wie z. B. in den Kartoffelknollen das M. eine ganz bedeutende Ausdehnung erreicht, bildet es bei andern nur einen sehr dünnen Cylinder, so in den Stämmen vieler Bäume, z. B. der Coniferen. „Im Jugendzustande der Stämme und Wurzeln ist das M. aus safterfüllten lebenden Zellen zusammengesetzt, die meist reichlich Reservestoffe, Stärke u. dgl. enthalten. In spätern Stadien sind die Zellen des M. bei vielen Pflanzen entweder ebenfalls noch lebend und in den überwinternden Partien oft ganz mit Stärle erfüllt, oder sie sterben ab, ihr Inhalt vertrocknet und an Stelle desselben tritt Luft. Das M. erlangt dadurch meist eine weiße Farbe, wie das bekannte Hollundermark. Häufig wird auch der Zusammenhang der Zellen aufgehoben, sie werden zerrissen und es entsteht schließlich eine 5 Markhöhlung oder Markröhre, wie dies bei den zahlreichen hohlen Stengeln der Fall ist. Diese Markhöhlungen erreichen oft eine bedeutende Weite, wie z. B. bei vielen Umbelliferen und besonders bei manchen Gräsern, vor allem bei dem Bambusrohr. Gewöhnlich stellen sie jedoch keine ununterbrochene Röhre dar, sondern sie sind an den Knoten von Gewebeplatten, sog. Diaphragmen, durchsetzt, sodaß die Höhlung eines jeden Internodiums von der des darüber oder darunter liegenden getrennt ist.