FeedMetameér
TierreichBrockhaus 1882

Metameér, s. Isomèr. Metamẽren nennt man nach Häckel die hintereinander gelegenen Segmente, aus denen sich eine große Anzahl von Tieren zusammensetzt. Dieselben können (wie bei den Bandwürmern als Proglottiden) vollständig gleich organisiert sein und erlangen dann, indem sie ein selbständiges Leben zu führen unter Umständen in der Lage sind, den Wert von Individuen. In andern Fällen treten die M. untereinander in einen viel innigern Verband, büßen dabei aber auch ihre Selbständigkeit ein, sie werden gewissermaßen aus Individuen zu Teilstücken des Organismus, deren jedes, abgesehen von dem besonders differenzierten Kopf-und Afterstück, dem andern immerhin noch gleich sein kann (viele Ringelwürmer). Die Vermehrung durch freiwillige Zerteilung in diesen Fällen (s. unter Teilung) ist auf die Gleichwertigkeit der M. zurückzuführen. Bei den Gliedertieren ist durch Arbeitsteilung diese Leneulere fast verwischt, mehr noch bei den Wirbeltieren, obwohl sie auch hier namentlich im Bau des Rumpffkeletts, der Niere u. s. w. nachweisbar ist. Meist finden sich M. bei Tieren mit lateral symmetrischem Bau, während sie bei radiären Tieren, deren Leib sich aus gleichen, um einen Mittelpunkt gruppierten Teilstücken (sog. Antimeren) wie bei Zoophyten und Stachelhäuten zusammensetzt, meist vermißt wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 661Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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