FeedMartinez Campos (Arsenio)
GeschichteBrockhaus 1882

Martinez Campos (Arsenio), span. General und Staatsmann, geb. 1834, wurde auf der Generalstabsschule zu Madrid ausgebildet, nahm 1859 am Feldzuge in Marokko teil, ging 1864 als Oberst nach Cuba, kehrte 1870 nach Spanien zurück, führte im Norden eine Brigade im Karlistenkriege und wurde 1873 wegen seiner royalistischen Gesinnung des Kommandos enthoben und verhaftet, aber 1874 an die Spitze einer Division gestellt, mit der er vor Bilbao erfolgreich kämpfte. M. führte im Juni bei Estella das 3. Korps und erwarb großen Einfluß auf das Heer, sodaß er es gegen Jahresschluß unternehmen konnte, zu Sagunt den Prinzen Alfons zum König auszurufen. Alfons XII. ernannte M. zum Generalkapitän Cataloniens und Oberbefehlshaber der Nordarmee, und nach dem im März 1876 bei Pena de Plata über die Karlisten erfochtenen, entscheidenden Siege zum Generalkapitän der Armee. Im J. 1877 übernahm M. den Befehl über die auf Cuba stehenden span. Truppen und machte dem dortigen Aufstande ein Ende, erregte durch die den Aufständischen versprochenen finanziellen Reformen jedoch das Mißfallen des Ministerpräsidenten Canovas de Castillo und übernahm deshalb im März 1879 selbst die Leitung der Staatsgeschäfte, um die im Convenio von Camaguey geschlossene übereinkunft vor den Cortes zu verteidigen, hatte jedoch keinen Erfolg und trat darauf von der Stellung des Ministerpräsidenten zurück. M. verband sich mit der konstitutionellen Partei und stürzte mit Hilfe dieser und ihres Führers Sagasta 1881 das Ministerium Canovas de Castillos abermals, übernahm im neuen Kabinett das Kriegsministerium und trat von dessen Leitung im Okt. 1883 zurück.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 493Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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