Maskerade ist jetzt gleichbedeutend mit Maskenball. Früher nannte man so die prächtigen Aufzüge und komödienhaften Ballette mit Gesang und Tanz, die bei hohen Vermählungsfeiern oder andern Hoffesten veranstaltet und gewöhnlich von Masken aufgeführt wurden. Ursprünglich und eigentlich aber ist M. eine Zusammenkunft von maskierten und verkleideten Personen, die ihr lustiges Wesen auf öffentlicher Straße trieben. Mehrere ehema⸗ —— Volksfeste und Kirchenfeierlichkeiten, wie die Mummenschanze, das Schönbartslaufen, die Fastnachtsspiele, das Eselsfest u. s. w., waren wirkliche M., die sehr glänzend begangen wurden. (S. Fastnacht und Karneval.) Vgl. Flögel, «Geschichte des Grotesk-Komischen (Lpz. 1788; neue Aufl. von Ebeling, Lpz. 1862).
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 504Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei