FeedMasmünster (frz. Massevauz)
ErdkundeBrockhaus 1882

Masmünster (frz. Massevauz), Stadt im elsaßlothring. Kreise Thann, Bezirk Oberelsaß, 30 Em westlich von Mülhausen, im Masmünsterthal an der Doller und an der Zweigbahn Mülhausen-Sennheim, Sentheim-M., ist Sitz eines Amtsgerichts, hat Baumwollspinnereien, eine mechan. Weberei, Eisengießerei, Gerberei und Dampfsägemühlen und zählt (1880) 3299 E. Eine im 8. Jahrh. von Maso, einem angeblichen Enkel des Herzogs Eticho gegründete Frauenabtei gab der Stadt und dem Thal den Namen. Die Grafen von Pfirt übten anfangs die Gerichtsbarkeit namens der Abtei aus. Später ging die Herrschaft M. an eine adelige Familie über, welche den Namen derselben annahm, nach deren Erlöschen (1572) an die Herren von Bollweiler, dann an die Grafen Fugger. Letztere traten 1680 ihre Rechte an den Feldmarschall Konrad von Rosen ab. Masolino da Panicale, Maler, zu Panicale im ig Dann bel. geboren, war anfangs Goldschmied, lernte dann bei Starnina, auch hatte der berühmte Bildhauer Lor. Ghiberti Einfluß auf seine Studien. Seine wichtigste Arbeit sind die Malereien in der Branucaccikapelle in der Carminekirche zu Florenz, welche dann Masaccio (s. d.), der für seinen Schüler gilt, und Lippi fortsetzten. In den Sammlungen wird ihm hier und da auch ein Tafelbild zugeschrieben, so in der münchener Pinakothek, in den Uffizien u. s. w., doch sind M.s Werke höchst selten und Sammlung von kritischen und exegetischen Bemerkungen, betreffend den Worttext und zum Teil auch die Vokalisierung der Bücher des Alten Testaments. Dieselben stammen ursprünglich von den alten jüd. Schriftgelehrten aus den beiden letzten Jahrhunderten v. Chr. und der darauffolgenden Epoche der Mischna, wurden lange zum Teil mündlich fortgesetzt, dann nach und nach gesammelt. Die gegenwärtige M. ist im 11. Jahrh. vollendet worden, und man teilt sie in die große und die kleine M., welche letztere nur in einem Auszuge besteht. Die M. ist für die Geschichte und die Kritik der hebr. Bibel sehr wichtig. Die Verfasser und Sammler der M. heißen Masoreten. Die allmählich in Unordnung gerathene Sammlung wurde von Jakob Ben-Chajim aus Tunis für den Buchdrucker Dan. Bomberg zu Venedig geordnet und erschien zum ersten mal in der rabbinischen Bibel (Vened. 1525 u. öfter). Masoretische Schriften erschienen von Elia Levita, Masoreth Hammasoretho (deutsch von Semler, Halle 1772); Buxtorf, (Tiberias v (Basel 1620); Frensdorf, Das Buch Ocla W'ochla (Hannov. 1864) und «Massora magna (Hannov. u. Lpz. 1876). Vgl. Carrière, Les origines du text masoréthique de PAncien Testament o (aus dem Holländischen des Künen, Par. 1875), und Berliner, „(Die M. zum Targum Onkeloso (Lpz. 1877).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 504Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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