Masovien hießen während des selbständigen Bestehens von Polen die fruchtbaren Gegenden an der Weichfel, dem Bug und Narew, mit den Hauptorten Warschau, Plock und Rawa. M. bildete in frühester Zeit einen Teil Polens und wurde 1207 ein besonderes Herzogtum unter Konrad I., der, um sein Land vor den Verwüstungen der Porussen zu schützen, die Deutschen Ritter (s. d.) nach Preußen zog. Nachdem 1526 die piastische Linie mit den Herzögen Janusz und Sigismund in M. ausgestorben war, vereinigte der König Sigismund I. das Herzogtum M. wieder mit Polen, dessen Schicksal es von nun an teilte. Unter russ. Herrschaft bildete M. von 1816 an eine der acht Wojwodschaften, in welche Polen geteilt war; jetzt gehört es zum Gouvernement Warschau. Die Einwohner heißen Masuren. Der Sage nach hat M. seinen Namen von Masos, dem Mundschenk des Königs Mieczislaw II., welcher sich eine Zeit lang eines Teils von M. bemächtigte. Masowezk, eine Kreisstadt im russ. Gouvernement Lomfha in Polen, mit (1882) 2661 C., treibt Handel mit Leinwand, Wachs und Honig.