Maspero (Gaston Camille Charles), verdienter franz. Agyptolog, geb. zu Paris 23. Juni 1846, studierte seit 1865auf der Ecole normalesupérieure und begab sich 1867 nach Südamerika, wo er Studien über die Quichuasprache oblag. Im J. 1868 zurückgekehrt, trat er als Docent der Agyptologie in die neugegründete Ecole des hautes études ein und wurde zum Nachfolger Rouges am Collége de France ernannt. Ende 1880 gründete er in Kairo im Auftrage der franz. Regierung ein archäol. Institut (Ecole d'archéologie orientale), das seit 1883 eigene Denkschriften herausgibt. Als durch Mariettes Tod 1881 die Stelle des Direktors der ägypt. Ausgrabungen erledigt wurde, übertrug sie der Chedive an M., und die franz. Regierung gestattete ihm, neben derselben auch sein bisheriges Amt in Paris beizubehalten. In dieser neuen Wirksamkeit, mit der auch die Leitung des Museums von Bulakverbunden ist, gelang ihm die Eröffnung der Pyramiden der fünften und sechsten Dynastie, die Entdeckung des Verstecks von Der-el-bahri, das die Mumien der berühmtesten ägypt. Herrscher barg, und die Auffindung der Totenstadt von Achmim (Chemmis). Seit 1883 ist M. Mitglied der Académie des inscriptions. Er schrieb: Des formes de la conjugaison er égyptien (1871), De Carchemis oppidi situ et historiad (1872), Une enquéte judiciaire les anciens Egyptienso (1873), Mémoire sur quelques papyrus du Louvrep (1875), Mistoire ancienne des peuples de l'Orienty (9. Aufl., 1885 deutsch von Pietschmann, Lpz. 1877), «ltudes égyptienneso (1880 fg.) u. s. w. Im J. 1870 gründete er den Recueil de travaux relatifs à Larchéologie et la philologie égyptienne et assyrienne). Seiner jetzigen Wirksamkeit in Agypten entstammen der wertvolle Guide du visitèur au musée de Boulag (1884) und das Photographiewerk La trouvaille de Deir el Babario, Auch veröffentlicht er Mariettes hinterlassene Werke.