Mastricht (niederländ. Maastricht), Hauptstadt der niederländ. Provinz Limburg, mit 29300 meist kath. E., Station der Linie Aachen-Antwerpen der Belgischen Centralbahn, der Linie M.⸗Venloo der Niederländischen Staatsbahn und der Privatbahn Lüttich-M., am Einflusse der Jaar (Jeker) in die Maas, durch welche sie in zwei Teile gesondert wird, von denen der kleinere, auf dem rechten Ufer liegende Teil Wijk heißt. Beide hängen durch eine schöne, 1683 erbaute steinerne Brücke zusammen. Die Stadtist ziemlich regelmäßig gebaut, hat ansehnliche öffentliche Gebäude und Plätze, unter letztern den großen Marktplatz wit dems chönen, 1659—64 erbauten Rathause, wo die Stadtbibliothek aufgestellt ist, und den mit Bäumen umgebenen Paradeplatz, genannt Vrijthof, zahlreiche Kirchen, worunter die Servatiuskirche mit dem 1845 von W. Geefs gearbeiteten Monument Karls d. Gr., ein Gymnasium und eine höhere Bürgerschule. M. war früher die wichtigste Festung der Niederlande, die aber jetzt geschleift ist, wie auch die südlich der Stadt gelegene Citadelle auf dem Petersberge. Die Erwerbszweige der Einwohner sind Branntweinbrennerei Bierbrauerei, auch Flanell⸗, Gewehr⸗, Seife⸗, Papier-, Erdwaren⸗ und Glasfabrikation. Eine besondere Merkwürdigkeit ist der in dem Petersberge befindliche große Steinbruch mit einem Labyrinthe unterirdischer Gänge, welche durch viereckige Pfeiler unterstützt werden, und in welchen hin und wieder nach oben ausgehauene Licht⸗ und Luftlöcher, auch kleine Wasserbehältnisse angebracht sind. — M., das Trajectum superius der Römer, im Mittelalter Trajectum ad Mosam im Gau Hasbania (Haspingowe), stand früher unter der gemeinschaftlichen Regierung der Herzöge von Brabant und des Bischofs von Lüttich. Während des Revolutionskriegs gegen Spanien im 16. Jahrh. mußte M. sehr hart seine Beteiligung am Aufstande büßen. Die Stadt wurde 1579 vom Herzog Alexander von Parma unter vielem Blutvergießen genommen. Erst 1632 bemächtigte sich ihrer Prinz Friedrich Heinrich von Oranien wieder, und im Westfälischen Frieden wurde sie den Generalstaaten zuerkannt. Von den Franzosen wurde sie 1673, 1748 und 1794 (von Kleber) erobert. Durch die franz. Occupation ward M. zur Hauptstadt des franz. Depart. Nieder-Maas. Im holländ.belg. Kriege von 1830/31 blieb die Stadt stets auf holländ. Seite trotz des Abfalls der von ihr abhängigen Provinz.