Mat oder Maät, der Name der ägypt. Göttin der Wahrheit. Sie wurde dargestellt als eine Frau mit einer Straußfeder (dem Hieroglyphenzeichen ihres Namens) auf dem Haupte; späterer Zeit gehören wohl die Bilder an, die sie mit geschloffenen Augen oder ganz ohne Kopf zeigen, was ihre Unparteilichkeit andeuten sollte. Spät ist auch die Vorstellung von zwei Wahrheitsgöttinnen, die vielleicht nur einem Mißverständnis ihren Ursprung verdankt. In alter Zeit sind die Richter Priester dieser Göttin, die auch selbst beim Totengericht in der Unterwelt fungierte; im Mythus gilt sie als Tochter des Sonnengottes. Matabele, Matebele, ein Mischvolk von Kaffern und Betschuanen, im südl. Afrika, dessen Land im N. der Transvaal-Republik liegt und bis an den Zambesi reicht, sodaß man seine Ausdehnung zu 344 083 akm mit 1200000 Bewohnern schätzt. Es erstreckt sich vom Limpopo bis zum Zambesi. Matadoör (vom lat. mactator, d. i. Totschläger) nennt man bei den Stiergefechten den Hauptkämpfer, der dem Tiere den Todesstoß gibt. Im LHombre, Tarok und andern Kartenspielen bezeichnet man damit die obersten Trumpfkarten, sowie auch die niedern, wenn diese in ununterbrochener Reihenfolge mit jenen verbunden sind. Matagordabai, s. unter Colorado (Flüsse). Matamata, die südamerik. Riesenschildkröte, s. unter Schildkröten. Matamöros, Stadt im mexik. Staate Tamaulipas, unweit rechts des Grenzstromes Rio del Norte, 45 km von dessen Mündung in den Golf von Mexiko gelegen, ist regelmäßig angelegt, hat zum Teil schöne, meist aber aus Lehmsteinen (adobes) erbaute Häuser und etwa 13740 E., unter denen viele Ausländer. Die Stadt genießt vor allen Seehandelsplätzen an der Ostküste Mexikos den Vorteil einer vom Gelben Fieber freien, sonst aber wenig gesunden Lage in einer fruchtbaren, wohlangebauten Umgebung und hat in neuester Zeit einen bedeutenden Aufschwung genommen durch den Verkehr mit Nordamerika. Der Außenhafen, El-Refugio oder Bagdad, liegt an der Mündung des Rio del Norte, ist jedoch nicht für große Schiffe zugänglich, da dem Strom eine Barre vorliegt, die nur 2 m Wasser hat. Daher ist auch die fast 15 km nördlicher, hinter der gleichnamigen Nehrung gelegene Bucht Brazos Santiago, deren Eingang zuweilen 4 me Wassertiefe hat, die aber jetzt den Vereinigten Staaten gehört, eigentlich der Haupthafen von M. Matamoros (span.⸗Mohrentötero), eine Figur der span. Komödie, soviel wie Bramarbas, Großsprecher, Prahler. Matanzas, Stadt auf der Nordküste der westind. Insel Cuba, 84 km östlich von Havana, wohin eine Eisenbahn führt, Hauptstadt einer Provinz, liegt reizend in äußerst reicher Umgebung, der Hauptzuckergegend, hat einen geräumigen, aber etwas verschlämmten und gegen Nordosten nicht geschützten Hafen, auf dem Hauptplatz eine Statue Ferdinands VII., ein schönes Theater und eine Akademie und zählt etwa 36000 E., welche bedeutenden Handel treiben, besonders mit Zucker, Melasse und Rum. M. wurde 1693 gegründet. Matapan, im Altertum Tänaron, das südlichste Kap Europas, auf der griech. Halbinsel Morea, 36· 22 58“ nördl. Br., 40 9'östl. L. (von Ferro). Matara, Dorf in Bulgarien, östlich von Schumla; hier 13. Juni 1829 Sieg der Türken unter Reschid Pascha über die Russen unter Diebitsch. Mataro, Stadt in der span. Provinz Barcelona, 34 km im NO. dieser Stadt, am Fuße des Küstengebirges hübsch am Mittelmeer gelegen, Station der Eisenbahn Barcelona-Empalme, hat ein Theater, ein Hospital, eine Navigations⸗ und eine Kunstschule, Baumwollspinnerei, Schiffbau, Segeltuch⸗, Nudeln⸗, Seife⸗„ Talg⸗, Glasfabriken, Gerbereien, bedeutende Fischerei und Weinbau und zählt (1877) 17 405 C. Match (engl.), Partie, Wette; im Schachspiel Wettkampf zweier Spieler, welcher sich auf mehrere Partien erstreckt; beim Pferderennen soviel wie Privatwette, Rennen zwischen zwei Pferden. Mate (engl., spr. Meht), soviel wie Maat. Mate, Thee, s. unter IIex u. Paraguaythee. Mätéhäza (ungar.), Pußte, s. unter Baja. Matejko (Joh.), namhafter poln. Historienmaler, geb. zu Krakau 30. Juli 1838, stammt aus einer böhm. Familie, besuchte die Settlersche Kunstschule und die Akademien von München und Wien. Seine ersten Werke waren: Karl Gustav am Grabe Wladislaw Lokieteks und Sigismund III. übergibt den Professoren der krakauer Akademie das Adelsdiplom (1858, in der Jagellonischen Bibliothek zu Krakau). Auf der pariser Weltausstellung 1867 erschien sein großes, figurenreiches Gemälde: der Landbote Reyten auf dem Reichstag zu Warschau 1773. Es wurde von dem Kaiser von Ssterreich angekauft (Belvedere). Hierauf folgten: Wilezek verteidigt ein Kloster gegen die Ungarn, Skarga predigt vor König Sigismund (1864), Stephan Bathory von den russ. Gesandten um Frieden gebeten, die Union zu Lublin 1569, Kopernikus. M. hat auch eine Reihe ausgezeichneter Porträts geschaffen, bewegt sich sonst aber ausschließlich auf dem Gebiete der Geschichte seines Vaterlandes, dessen Geschicke er mit ergreifendem Pathos und großer Energie zu vergegenwärtigen weiß. Zu seinen neuesten, außergewöhnlich umfangreichen Bildern gehört die Schlacht bei Tannenberg auf dem Grünfeld 1410 (aus der Geschichte des Deutschen Ordens), Albrecht von Brandenburg huldigt dem Polenkönig Sigismund I. und Sobieski vor Wien. Sein Kolorit ist prachtvoll, dabei aber bunt und unruhig, sein Kompositionstalent groß und reich, seine Phantasie feurig und schwungvoll. Er gab auch ein großes Kostümwerk, welches die Trachten des poln. Volks 1222—1795 darstellt, Ubiory Polscen (Krak. 1860) heraus; seine eigenen Kompositionen sind in dem Album Matejkis (Warsch. 1875) mit Text von Wojcicki erschienen. Seit 1873 ist M. Direktor der Akademie in Krakau.