FeedMatrosenpressen
GeschichteBrockhaus 1882

Matrosenpressen hieß das früher besonders in Hafenstädten betriebene gewaltsame Aufgreifen von Menschen zum Matrosendienst, das in einigen Seestaaten beim Kriegszustande ein zwar grausames, aber gesetzlich anerkanntes Mittel bot, das Seevolk, wenn die freiwillige Dienstleistung nicht ausreichte, zu ergänzen und zu vermehren. Matrosenartillerie. In der deutschen Marine bestehen zu Kiel und Wilhelmshaven seit 1872 Matrosen-Artillerieabteilungen, welche aus Dienstpflichtigen der Landbevölkerung ergänzt werden und bis zum 21. Aug. 1883 einen Teil der Matrosendivisionen (s. d.) bildeten. Jede Matrosen-Artillerieabteilung bestand aus 2 Kompagnien, deren Stärke im J. 1885 auf je 250 Köpfe gebracht worden ist. Die aus der ehemaligen Marineartillerie hervorgegangene M. hat die Aufgabe, die Geschütze der Seebefestigungen zu besetzen und die Hafeneinfahrten durch Minensperren zu beschützen, und ist der am 21. Aug. 1883 zu Kiel errichteten Marineartillerie-Inspektion in Bezug auf technische Ausbildung unterstellt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 524Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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