FeedBreitenfeld
GeschichteBrockhaus 1882

Breitenfeld, Dorf und Rittergut 7 km nördlich von Keidug mit (1880) 248 C., ist historisch merkwürdig durch drei Schlachten, welche in seiner Nähe geliefert wurden. Die erste Schlacht bei B., 17. Sept. (7. Sept. a. St.) 1631 von Schweden und Sachsen unter Gustav Adolf Rur die Kaiserlichen geschlagen, raubte Tilly den Ruf der Unbezwinglichkeit und sicherte, nach dem Restitutionsedikt und dem Falle Magdeburgs, die Fortdauer des deutschen Protestantismus und Deutschlands Freiheit. Tilly hatte nämlich den Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen durch Waffengewalt zum Bündnisse mit dem Kaiser zwingen wollen und ihn dadurch veranlaßt, sich unter Gustav Adolfs Schutz zu begeben. Schweden und Sachsen vereinigt rückten gegen . vor, das Tilly zu decken suchte, und so kam es bei ½ Kampfe. Tilly warf zuerst die Sachsen zurück; die Schweden, adurch in der Flanke hroht, bildeten hier schnell einen Haken, während der König, nachdem seine Reiterei sieben agen der Kaiserlichen unter Pappenheim Tilly schwenkte und dessen große Batterie Len 310 mörderischem Ringen wurden die Kaiserlichen vollkommen geschlagen. Auf dem höchsten Punkte der Walstatt erhebt sich jetzt ein Denkstein mit Inschrift, den der Besitzer des Ritterguts B. 7. Sept. 1831 zum Andenken Gustav Adolfs weihen ließ. Die zweite Schlacht bei B., 2. Nov. (23. Okt. a. St.) 1642, von minderer Wichtigkeit als die erste, aber nicht weniger blutig, ward wieder um den Besitz von Leipzi Wshelger das von den Schweden unter Torstenson belagert wurde, während Erz-Domag Leopold von Gsterreich und General Piccoomini zum Entsatze der Stadt heranrückten und zum Angriff schritten. Aber die kaiserl. Reiterei beider Flügel wurde alsbald geworfen; nur das Fußvolk kämpfte mehrere Stunden «Piken gegen Pikenv, wie der Bericht sagt. Endlich entschied auch hier die schwed. Kavallerie die Niederlage der Kais erlichen, welche ihre ganze Artillerie von 46 Kanonen,‚ 121 Fahnen, 69 Standarten und alles Gepäck verloren. er Beind aamm der Schweden war aber der, daß der Feind ganz Kursachsen räumen mußte. liber die feldflüchtige Reiterei ließ Erzherzog Leopold in Böhmen ein strenges Gericht halten, wobei das Regiment Madlo, das zuerst geflohen, aufgelöst wurde; seine Standarten wurden 10elrt alle Offiziere und Mannschaften für ehrlos erklärt, auch mehrere Offiziere und von den Reitern der zehnte Mann nach dem Lose ½½ — Die dritte Schlacht bei B., 16. Okt. 1813, war ein Akt der großen Völkerschlacht bei Leipzig, speziell der Schlacht von Möckern (s. d.), berührte loch das alte Schwedenlachtfeld nur wenig. üdem Aufanae grossus latus, nennt man eine seit dem Anfange des 14. Jahrh. unter der Regierung des Mark⸗ und Landgrafen Friedrich des Freidigen in Meißen und Thüringen geprägte Silbermünze, deren Vorbild der alte böhm. Groschen war und die an Stelle der Bracteaten (s. d.) trat. Auf der Hauptseite befindet sich der Meißnische Löwe mit der Umschrift: Grossus March. Mysnensis., auf der Rückseite ein großes Kreuz mit Lilienspitzen in einer Bo eneinfassung. In den vier äußern Winkeln der letztern stehen die Buchstaben C. R. U. X. (erux, d. h. Kreuz). Die äußere Umschrift lautet: Frid. D. Gra. Turing. Lan(d)grav. Die ältesten wurden aus ganz feinem Silber geprägt und gingen 60, Stück auf die Mark. Ein Verzeichnis oier Muünzen hat Böhme in seinem «Sächs. Groschenkabinetty (Lpz. 1765—69) geliefert. Breithalter, s. u. Appretur und Weberei.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 499Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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