Mattieren (frz. donner le mat, engl. tarnishing), eine Operation, durch welche glänzende Metallwaren ganz oder stellenweise mit einem feinkörnigen Matt versehen werden. Bei Messingwaren geschieht dies gewöhnlich durch Mattbrennen (ein besonderes Verfahren beim Gelbbrennen, bei Silber⸗ und Neusilberwaren mittels des Sandstrahlgebläses, wobei man die glänzend zu erhaltenden Stellen durch einen Anstrich schützt. über die beim Vergolden gebräuchliche Mattierung s. unter Vergolden. — Zum Mattieren oder Mattschleifen des Glases wird nasser Sand oder Schmirgel verwendet. Matto grosso, Provinz im Kaiserreich Brasilien, von 6* bis 24 südl. Br. und von 49 207 bis 65 30“ westl. L. von Greenwich, 1379651 akm mit (1883) nur 72051 C., worunter 7051 Sklaven. Die Provinz wird im N. von den brasil. Provinzen Amazonas und Gräo Para, im O. von Goyaz, Minas Geraes, Säo Paulo und Paranä, im S. von Paraguay und im W. von Bolivia begrenzt und umfaßt den obern Lauf der Flüsse Paraguay im S., Guapore,‚ Tapajoz (Arinos) und Xingu im N.; Rio Grande oder Araguaya und Paranä im O., Itenez (Guaporé), Mamors und Madeira im W. gehören der Provinz als Grenzflüsse an. Die Wasserscheide zwischen den nördlich und den südlich laufenden Strömen ist nur ein sehr gewundener Rücken mit welliger Oberfläche, im Mittel 900 m hoch, meist bedeckt mit Campos-Vegetation, aber vielfach auch sandig, so in der Serra und den Campos dos Parecis. Nur im obern Guaporé- und Paraguaygebiet finden sich die wenig ausgedehnten Kulturstriche. Alle tropischen Produkte gedeihen indes hier vollkommen. Gold wird ausgeführt, Diamanten wäscht man bei Diamantino und Salz gewinnt man in der Serra Agoapehy. Mehr als neun Zehntel der Provinz befinden sich im Besitze der zahlreichen, kriegerischen und unabhängigen Wilden, von denen man 66 Stämme zählt, meist in völlig wildem Zustande. Hauptstadt ist Cuyaba (s. d.).