Matthias I. den Thron Ungarns, nachdem er bis dahin durch die Feinde seines Vaters in Böhmen gefangen gehalten worden war. Mehrere ungar. Große widersetzten sich aber seiner Wahl und luden den Kaiser Friedrich III. ein, sich krönen zu lassen; auch waren die Türken, diese Spaltungen benutzend, verheerend in Ungarn eingefallen. M. zwang nun zunächst den Kaiser, ihm die Krone des heil. Stephanus auszuliefern; dann zog er gegen die Türken und vertrieb sie. Mit geringerm Glück kämpfte M., von dem Papst angetrieben, gegen den gebannten Böhmenkönig Georg Podiebrad, zwang jedoch dessen Nachfolger, den poln. Prinzen Wladislaw, ihm im Frieden zu Olmütz (22. Juli 1479) Schlesien, Mähren und die Lausitz abzutreten und die Nachfolge in Böhmen zuzugestehen, besiegte die Polen und eroberte, nachdem der Krieg mit Friedrich III. wieder ausgebrochen, einen Teil Ssterreichs nebst der Hauptstadt Wien, wo er seine Residenz aufschlug. M. zeigte große Liebe für die Wissenschaften. An seinem Hofe waren berühmte Gelehrte versammelt, er selber nahm an deren gelehrten Bestrebungen Teil. Leider wurde die kostbare Büchersammlung, die er in Ofen zusammengebracht, nach seinem Tode von seinen Nachfolgern zum Teil verschleudert, später von den Türken zum Teil vernichtet; ein Teil wurde nach Konstantinopel geschafft und Bruchstücke von dort 1869 und 1877 wieder nach Budapest zurückgebracht. Er starb zu Wien 1490 und hinterließ einen natürlichen Sohn, Johannes Corvinus, der vergeblich sich bemühte, dem Vater auf dem Throne zu folgen. Sein Nachfolger wurde König Wladislaw VII. (als König von Ungarn Wladislaw II.) von Böhmen. Vgl. Fischer, König M. Corvinus und seine Bibliothek' (Wien 1878).