FeedMatthisson (Friedr. von)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Matthisson (Friedr. von), deutscher Dichter, geb. 23. Jan. 1761 zu Hohendodeleben bei Magdeburg, studierte zu Halle Theologie, die er aber bald mit Philologie, Naturkunde und schöner Litteratur vertauschte, wurde hierauf Lehrer an dem Erziehungsinstitut zu Dessau und nachher Hofmeister der jungen livländ. Grafen Sievers, mit denen er sich in Altona, Heidelberg und Mannheim aufhielt. Dann lebte er zwei Jahre bei seinem Freunde Bonstetten zu Nyon am Genfersee, bis er 1790 als Erzieher in ein Handlungshaus nach Lyon ging. Im J. 1794 wurde er Lektor und Reisegeschäftsführer der regierenden Fürstin von Anhalt-⸗Dessau und trat 1812 in die Dienste des Königs von Württemberg, der ihn zum Geh. Legationsrat, Mitglied der Hoftheater-Oberintendanz und Oberbibliothekar ernannte, nachdem er ihm schon früher das Adelsdiplom erteilt hatte. Im J. 1824 zog er sich nach Wörlitz bei Dessau zurück und starb daselbst 12. März 1831. M. war seit 1787, wo er mit einer vollständigern Sammlung seiner «Gedichter (15. Aufl., Zür. 1851; neu herausg. von Kelchner, Lpz. 1874) auftrat, lange Zeit als lyrischer Dichter der Liebling des Publikums. Berühmt ist durch Beethovens Komposition sein Gedicht «Adelaidev. Eine treffende ästhetische Würdigung von M.s Gedichten hat Schiller gegeben. In einer Ausgabe letzter Hand erschienen seine „Schrifteno in acht Bänden (Zür. 1825—29). Seine „Erinnerungen» erschienen in 5 Bänden (Zür. 1810—16). Seinen Litterarischen Nachlaß, nebst einer Auswahl von Briefen seiner Freunde» gab Schoch heraus (4 Bde., Berl. 1832).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 527Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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