FeedMauke
Sport & SpielBrockhaus 1882

Mauke, Bezeichnung für verschiedene Pferdekrankheiten. Die echte M. oder Schutzmauke heißt gewöhnlich Pferdepocke (s. Pocken bei Tieren). Das was man in Deutschland unter M. versteht, ist die falsche oder Schmutzmauke, welche sich als nässendes Ekzem an der Beugeseite der Fessel der Pferde zunächst charakterisiert. Am meisten werden die Hinterfüße befallen. Die Haut an der genannten Stelle entzündet sich, verdickt sich, legt sich in Querfalten, auf denen bald Risse entstehen, die eine klebrige, ätzende Flüssigkeit absondern. Dauert diese M. sehr lange (chronische M.), so werden die Querfalten zu dicken, mit Schrunden durchzogenen Wülsten; die abgesonderte, klebrige Flüssigkeit wird dick, schmierig, übelriechend, mehr grau von Farbe und ätzt so arg, daß tiefe Geschwüre erzeugt werden; auch Feigwarzen ähnliche Excreszenzen stellen sich ein: die Haut am ganzen Unterfuß wird in Mitleidenschaft gezogen, schwillt an und verdickt und es entsteht dann zuweilen der Straub- oder Igelfuß. Wenn es bei hochgradiger M. zum brandigen Absterben und Ausfallen kleinerer Haut- und Unterhautzellgewebspartien kommt, so spricht man von der brandigen oder ausfallenden M. Ursachen der M. sind Nässe, Kälte und starke Verschmutzung. Die Behandlung besteht in Reinigung der kranken Hautpartien mit warmem Wasser und behutsames Trockenreiben mittels wollener weicher Lappen, Einreiben mit mildem Fett oder Carbolöl; bei tiefen Schrunden und langem Bestehen des Leidens bewährt sich meist die Tanninbleisalbe. Unter Umständen können auch austrocknende Mittel, wie Kalkwasser, Kupfervitriol⸗ und Kupferalaunlösung, aus Kupfervitriol oder Kupferalaun hergestellte Streupulver angewendet werden. Bei unreinen Geschwüren, tiefen Schrunden, Feigwarzen werden warme Seifenbäder oder warme Fußbäder mit Zusatz von Carbolsäure, Pottasche am Platze sein: dicke Schwielen und Feigwarzen ätzt man auch mit Höllenstein. Bei der Brandmauke empfehlen sich warme Fußbäder, denen Carbolsäure oder Holzessig zugesetzt ist, sowie Umschläge von warmem Sauerkraut, dem etwas Holzessig beigemischt worden. Abgestorbene Woh. He müssen bald entfernt werden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 530Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sport & Spiel 6