Hautkrankheiten der Haus tiere werden in ansteckende und nichtansteckende geteilt. Bei den ansteckenden H. ist ein tierischer oder pflanzlicher Parasit der Erzeuger und Weiterverbreiter des übels. Durch tierische Schmarotzer wird die Räude (s. d.), eine der am häufigsten bei Haustieren vorkommenden H., hervorgerufen. Pflanzliche Hautschmarotzer erzeugen hauptsächlich Ausschlagsformen, die man im allgemeinen als ansteckende Flechten (Pilzflechten) bezeichnet. Zu ihnen gehören besonders zwei, bei Menschen wie bei Tieren vorkommende, vom kranken Tier auf den gesunden Menschen und auch umgekehrt vom Menschen auf das Tier übertragbare H., nämlich der Wabengrind oder die Favuskrankheit und die kahlmachende Flechte (Borkenflechte, Ringflechte, Ringwurm). Die Favuskrankheit, der Erbgrind oder Wabengrind kommt, außer bei Menschen, bei Hunden, Katzen, Pferden und beim Haushuhn vor, bei letzterm eine Krankheit hervorrufend, die der Geflügelzüchter Weißer Kamm nennt. Auch Mäuse werden leicht favuskrank und höchst wahrscheinlich dann Ansteckungsquellen für den Menschen. Ursache des Entstehens und Weiterverbreitens dieser H. (s. unter Favus) ist der nur durch Mikroskop erkennbare Pilz Achorion Schönleini. Ihn charakterisieren langgliederige, farblose Ceiten die sich vielfach verzweigen und knorrige Seitenäste austreiben, auf welchen die Fortpflanzungszellen oder Conidien abgeschnürt werden. Letztere sind rund oder länglichrund, ihr Durchmesser variiert von 0,002 bis 0,12 mm. Die Krankheit trifft nur behaarte Haut, sitzt am liebsten am Kopf, Hals, Bauch, außen an den Hinterschenkeln eines Tiers; die Pilze finden sich in der Epidermis der erkrankten