FeedMauersteine
TechnikBrockhaus 1882

Mauersteine (Mauerziegel, Backsteine) sind die aus Lehm oder Ziegelthon geformten und gebrannten künstlichen Steine, welche, im Gegensatz zu den Dachsteinen (Dachziegeln) ausschließlich zum Mauern verwendet werden. Je nach ihrer Herstellungsweise unterscheidet man Hand⸗ oder Streichziegel und Maschinenziegel; erstere werden in eisernen oder hölzernen Formen mit der Hand gestrichen und entweder in Feldziegelöfen (Meilern), daher der Name Feldbacksteine, oder in geschlossenen Ofen (Ofenziegel) gebrannt; letztere mittels besonderer Maschinen (Ziegelmaschinen) durch Schneiden eines Thonstranges erzeugt und in besondern Ofen mit ringförmigem Betrieb (Ringöfen) gebrannt. Nach dem Grade des Brennens benennt oder sortiert man die Steine als schwach⸗, mittel⸗ und scharfgebrannte, obwol dieser Unterschied bei den neuern, vollkommenern Ringöfen wegfällt. Nur geformte und getrocknete Steine heißen Luftziegel; besonders scharf gebrannte Ziegel dagegen Klinker (s. d.). Die Maße der gewöhnlichen M. sind in den meisten Ländern gesetzlich geregelt. In Deutschland hat sich seit 1867 durch Übereinkunft der Fabrikanten ein sog. Normalmaß eingeführt, dessen Länge 25 em, Breite 12 em und Stärke 6,5 em beträgt. Je nach Material und Eigenschaften desselben unterscheidet man ferner: gewöhnliche M. oder Vollziegel, Verblender, poröse oder Schwammziegel, feuerfeste oder Chamotteziegel; endlich je nach Form und Verwendung: Hohlziegel oder Lochsteine, Kessel-oder Brunnenziegel, Wölbziegel, Sims⸗ oder Fagonziegel, Fliesen oder Flurziegel, Falzziegel etc. Vgl. Heusinger von Waldegg, «Die Kalk⸗, Ziegel⸗ und Röhrenbrennerei (3. Aufl., 3 Bde., Lpz. 1875 —76).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 530Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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