Maurer (Konrad von), namhafter Forscher auf dem Gebiete der german. und der skandinav. Volksrechte, Sohn des vorigen, geb. 1823 zu Frankenthal in der Rheinpfalz, studierte in München, Leipzig und Berlin, wandte sich 1844 der jurist. Praxis zu und wurde 1847 zum außerord. Professor an der Universität zu München, 1855 zum ord. Professor ernannt. Von seinen wissenschaftlichen Arbeiten sind besonders Die Entstehung des isländ. Staats und seiner Verfassungo (Münch. 1852), „Die Bekehrung des norweg. Stammes zum Christentum v (2 Bde., Münch. 1855—56), 4Island von seiner ersten Entdeckung bis zum Untergange des Freistaats» (Münch. 1874) und die Ausgabe der isländ. «(Gullthörissaga (Lpz. 1858) hervorzueben, in denen er sich als einen der gründlichsten Kenner der Geschichte und Litteratur der ältern skandinav. Völker bekundet. Als Frucht einer Reise nach Island, die er 1858 unternahm, erschien die Sammlung 4Isländ. Volkssagen der Gegenwarto» (Lpz. 1860). Von Mis kleinern Arbeiten verdienen Erwähnung „Die Crörterungen über angelsächs. Rechtsverhältnisses in Pözls Kritischer ÜUberschauv (Bd. 1—3, Münch. 1853—56) und die Abhandlungen über den Verfassungskampf Jslands gegen Dänemarko in Sybels „Histor. Zeitschrift » (Bd. 1 u. 2, Münch. 1859—60).