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GeschichteBrockhaus 1882

Mauretania, der nordwestl. Teil des den Alten bekannten Afrika, dessen Bevolke und in viele Stämme geteilte kriegerische Bevölkerung seit dem Jugurthinischen Kriege andauernd in die Bewegungen der röm. Politik hineingezogen waren. Nachdem noch Augustus 25 v. Chr. den Juba II. als König von M. (das Land westlich vom Flusse Ampsaga, jetzt dued-Rhumel oder Kebir, der Grenze Numidiens, ab gerechnet) anerkannt hatte, wurde 40 n. Chr. dessen Sohn Ptolemäus durch Caligula in Rom aus dem Wege geräumt und nun M. zwei Jahre später durch Kaiser Claudius in eine röm. Provinz verwandelt. M. zerfiel in zwei Provinzen, nämlich in Mauretania Tingitana mit der Hauptstadt Tingis (Tanger) im Westen, und Mauretania Caesariensis (mit der Hauptstadt Cäsarea, jetzt Chercheh in der franz. Provinz Oran), beide durch den Fluß Mulüja, der jetzt Algerien von Marokko trennt, voneinander geschieden. Jede dieser Provinzen erhielt einen Procurator pro legato ritterlichen Standes zum Statthalter. Die im Laufe der ältern Kaiserzeit mit vielen röm. Kolonien bedeckten Provinzen erschienen unter Diocletian seit 297 n. Chr. in der Art geordnet, daß M. Tingitana zu Spanien gezogen ist, M. Caesariensis dagegen in zwei Teile gegliedert war, deren westlicher den alten Namen führt, während der östlich vom Flusse Oued-Flitun belegene Mauretania Sitifensis heißt. Der Statthalter jedes Teils von M. hieß jetzt Präses. In der ersten Hälfte des 5. Jahrh. n. Chr. wurde M. von den Vandalen erobert, die zuerst 429 den Boden von Afrika betraten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 534Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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