Heffter (Aug. Wilh.), namhafter Rechtslehrer, sach 30. April 1796 zu Schweinitz im ehemaligen ächs. Kurkreise, studierte in Leipzig und wurde 1820 Assessor bei dem Appellationshofe in Köln. Das Werk «Athenäische Gerichtsverfassunge (Köln 1822) veranlaßte seine Berufung an die Universität Bonn. Seitdem wirkte er als ord. Professor in der jurist. Fakultät über sechs Jahre in Bonn, drei 1 in Halle und seit 1833 in Berlin. Seine auptwerke sind: «Institutionen des röm. und deutschen Civilprozesseso (Bonn 1825), «System des Civilprozeßrechtso (2. Ausg., Bonn 1843), ferner „«Das europ. Völkerrecht der Gegenwart? (J. Aufl., bearb. von Geffken, Berl. 1881; in franz. übersetzung von Bergson, 4. Aufl., Berl. 1883), „Lehrbuch des gemeinen deutschen Strafrechts (6. Aufl., Braunschw. 1857), «Die Sonderrechte der souveränen und mediatisierten Häuser Deutschlands⸗ (Berl. 1871). Weiter sind aufzuführen: «Gaii institutionum commentarius IV.v (Berl. 1830), «Die Erbfolgerechte der Mantelkinder, Kinder aus Gewissensehen u. s. w.» (Berl. 1836), «Civilprozeß im Gebiet des Allgemeinen Landrechts für Teil ang (Berl. 1856), desgleichen mehrere, zum Teil anonym erschienene publizistische Schriften, wie Das Recht Kurhessens auf die Verlassenschaft des Landgrafen zu Hessen-Rotenburge (Berl. 1835), Der gegenwärtige Grenzstreit zwischen Staats- und Kirchengewalte² (Halle 1839). In den J. 1849—52 war er Mitglied der Ersten Kammer, seit 1861 Kronsyndikus und damit lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses. Im J. 1846 wurde H. Obertribunalsrat, als welcher er 1868 in den Ruhestand trat. Er starb 5. Jan. 1880.