FeedMeerschaum
NaturlehreBrockhaus 1882

Meerschaum, Kilkeffi oder Kil ist der Name eines weichen und leichten, matten und undurchsichtigen erdigen Minerals aus der Familie des Specksteins. Seine Farbe ist weiß ins Gelbliche, Rötliche und Grauliche, er schwimmt, da er viel Luft eingeschlossen erhält, auf Wasser, sein wahres spezifisches Gewicht ist 2, der Strich weiß und glänzend und sein Bruch eben, ins Erdige, selten flach muschelig. Der M. färbt nicht ab, klebt stark an der feuchten Lippe an und besteht aus Magnesia, Kieselerde und Wasser. Er findet sich auf Lagern in derben, meist knolligen Massen besonders im Orient, in Kleinasien, Livadien und auf Euböa, aber auch in der Krim, in Spanien und Mähren. Er bricht in dichten, zähen, an der Luft härter werdenden, doch immer noch schneidbaren Massen und wird vorzüglich zu Tabakspfeifenköpfen (Meerschaumköpfen) und Cigarrenspitzen verwendet, welche gedrechselt oder geschnitzt, gebohrt, dann im Backofen getrocknet, hierauf in Milch gesotten und mit Schachtelhalm geglättet, zuletzt in Wachs oder Ol gesotten werden. Die noch roh und plump aus der Türkei kommenden Köpfe werden in Ssterreich und Deutschland (besonders in Wien, Ruhla und Lemgo) zierlicher nachgeschnitten. Eine geringere Art (unechte Meerschaumköpfe, Masseköpfe) macht man aus den Meerschaumabfällen. Versuche, aus künstlich erhaltenen Magnesiahydrosilicaten (durch Fällen einer Lösung von Hanmahnliche Magnesia mit Wasserglas) meerschaumä nliche Massen zu erzeugen, haben bisher noch zu keinem genügenden Ergebnis geführt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 574Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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