Meisiner (Alfred), namhafter deutscher Dichter, Enkel des vorigen, geb. 15. Okt. 1822 zu Teplitz, studierte Medizin zu Prag und ging, als seine Dichtung 4Ziskar in Ssterreich nicht im Druck erscheinen konnte, 1846 nach Dresden, 1847 nach Paris; 1848 nach Böhmen Bariunan wurde er im März in den böhm. Nationalausschuß gewählt, verließ aber infolge der Spaltungen zwischen Czechen und Deutschen nach einiger Zeit die Heimat wieder, um sich erst nach Frankfurt und dann im Winter 1849 nach England und von da abermals nach Paris zu begeben. Hier schrieb er seine Revolutionären Studien aus Pariso (2 Bde., Frankf. 1849). Seit 1850 nahm er seinen Wohnsitz wiederum in Prag. Seinen Ruf begründete er mit dem erwähnten Epos Ziskay (Lpz. 1846; 12. Aufl., Berl. 1881), welches in seinen Einzelbildern einen großen Reichtum an lebendigen Schilderungen enthält. Die Verse sind melodisch und getragen, und wie hier ist auch in seinen «Gedichtend (Lpz. 1845: 12. Aufl., 2 Bde., Berl. 1881) die 11 mit Meisterschaft gehandhabt. In dem „Sohn des Atta Trollo , 1850), einer sich an ihr Heinesches Vorbild anlehnenden Dichtung, tritt auch M.s Talent für Humor und Ironie hervor. Als Dramatiker versuchte er sich in den Tragödien „Das Weib des Urias (Lpz. 1851), „Die Welt des Geldes» (Lpz. 1853), (Der Prätendent von Yorky (Lpz. 1857) und «Vermeinte Schuldo (1859), die sich jedoch nicht auf der Bühne zu behaupten vermochten. Mit weit günstigerm Erfolg wandte sich M. hierauf dem Gebiet des Romans zu. Dem Roman „EZwischen Fürst und Volko (3 Bde.), dessen polit. Hintergrund das Jahr 1848 bildet, folgten die figuren⸗ und farbenreiche «Sansarap (3. Aufl., 4 Bde., Lpz. 1860), «Neuer Adel » (3 Bde., Lpz. 1861), die Jesuitengeschichte Zur Ehre Gottesv (2 Bde., Lpz. 1861), endlich die umfangreiche Romandichtung «Schwarzgelbo (Berl. 1864), in welcher er ein für die Kenntnis der innern Zustände Osterreichs wertvolles Bild der Reaktionsperiode 1850—54 entwarf. Im J. 1869 ließ sich M. in Bregenz nieder. Hier beendete er seinen Roman „Die Kinder Romsv (Berl. 1870). Diesem folgten „(Die Bildhauer von Wormsv (Berl. 1874), Oriolay (Berl. 1874), Feindliche Pole (Berl. 1878), Norbert Norson» (Zürich 1883), und das zarte kleine Epos «Werinherusp (Opz. 1872). Geschichtliche und litterarhistor. Skizzen vereinigte er im Buche „Historieno (Berl. 1875). Von seinen übrigen Schriften sind außer den „Erinnerungen an Heinrich Heinev (Hamb. 1854) noch zu nennen: Durch Sardinieno (Opz. 1859), (Charaktermaskenv (3 Bde., Lpz. 1861 —63), Rokokobilder»r (Gumbinnen 1871). Sammlungen seiner Werke sind die Gesammelten Schriftenv (18 Bde., Lpz. 1871—72) und die „Dichtungeny (4 Bde., Berl. 18811). Sein Leben bis 1856 hat er selbst in anziehender Weise beschrieben in der „Geschichte meines Lebensy (2 Bde., Teschen 1884). M. starb 29. Mai 1885 in Bregenz.