Melendez Valdes (Don Juan), einer der ausgezeichnetsten neuern Dichter Spaniens, von dem die Rückkehr zu den nationalen klassischen Mustern datiert, geb. 11. März 1754 in dem Flecken Ribera del Fresno im Bistum Badajoz, machte seine philos. Studien zu Madrid, juristische zu Salamanca, wo er in den alten Nationalformen die Freuden des Studenten⸗ und Landlebens in Liedern voll Anmut und Einfachheit besang. Im J. 1781 erhielt er eine Professur an der Universität zu Salamanca; 1789 eine Anstellung bei der Audiencia in Saragossa, 1791 in der Justizkanzlei zu Valladolid und 1797 als Fiskal beim Oberkriminalgerichtshof zu Madrid. Im J. 1798 sah er sich in den durch den Friedensfürsten herbeigeführten Sturz seines Gönners Jovellanos verwickelt, wurde zunächst nach Medina del Campo und 1800 nach Zamora verwiesen, lebte, nachdem die Verbannung 1805 aufgehoben, in Salamanca, und nach dem Sturze des Friedensfürsten in Madrid. Auf Napoleons persönliche Aufforderung übernahm er dann das Amt eines Fiskals, Staatsrats und Präsidenten der Junta des öffentlichen Unterrichts, wurde aber bei dem Siege der nationalen Sache als Vaterlandsverräter proskribiert und mußte nach Frankreich flüchten, wo er zu Montpellier 24. Mai 1817 starb. Seine gesammelten Gedichte erschienen 1785 zuerst in einem Bande, in der zweiten Auflage in drei Bänden (Valladolid 1797), in einer dritten Auflage in vier Bänden (Madr. 1820). Später wurden sie noch oft abgedruckt. Auch in die Biblioteca de autores espanoleso wurden sie aufgenommen (Bd. 63).