Martinez de la Rosa (Francisco), span. Staatsmann und Dichter, geb. zu Granada 10. März 1789, studierte daselbst und wurde 19 J. alt zum Professor der Moralphilosophie ernannt. In dem epischen Gedicht Zaragoza feierte er die heldenmütige Verteidigung dieser Stadt und entwickelte dann als Abgeordneter Granadas in den Cortes eine eifrige Thätigkeit. Nach der Restauration des Königs wurde M. verhaftet und nach sieben Monaten Kerker in die Presidios Afrikas verwiesen. Die Revolution Riegos führte ihn jedoch 1820 nach Madrid und in die Cortes zurück. Nach dem Wahlsiege der Eraltados von 1820 übernahm M. die Präsidentschaft des Ministeriums. Mit dem Einmarsche der Franzosen (1823) von der Volkswut bedroht, wurde er von Ferdinand VII. des Landes verwiesen, und ging nach Rom, dann nach Paris, wo er acht Jahre zubrachte. Während dieser Zeit gab er seine gesammelten Schriften (0bras literariaso, 5 Bde., Par. 1827) heraus. Im J. 1830 erhielt er die Erlaubnis zur Rückkehr nach Spanien. Die Königin-Regentin Maria Christina stellte ihn im März 1834 an die Spitze des Ministeriums. In dieser Stellung brachte M. das sog. Estatuto real zu Stande, das statt der Konstitution von 1812 eine sehr beschränkte Verfassung mit zwei Kammern gewährte. Schon im Juni 1835 mußte M. sein Amt niederlegen und war seit 1840 span. Gesandter in Paris, 1842—43 in Rom. Als im Mai 1844 unter Narvaez' Führung die reinen Moderados ans Ruder kamen, trat M. als Minister des Auswärtigen ins Kabinett, verließ mit Narvaez im Febr. 1846 den Ministerposten und ging 1847 als Gesandter nach Paris, in welcher Stellung er bis 1851 blieb. Er nahm sodann seinen Sitz in den Cortes wieder ein. Unter dem Ministerium O'Donnell (Juli 1858) erfolgte seine Ernennung zum Präsidenten des Staatsrats. Er starb zu Madrid 7. Febr. 1862. Seine besten Werke sind die Tragödie Edipor, das Drama Wa conjuracion de Veneciao und das Lustspiel La hija en casa y la madre en la mascaray, in denen jedoch der Einfluß der franz. Schule nicht zu verkennen ist. Ferner schrieb er ein didaktisches Gedicht I arte poeticas, lyrische Gedichte (Madr. 1833; 2. Aufl. 1847) und unter dem Titel Aspiritu del siglop (10 Bde., Madr. 1835 —51) eine Geschichte der Französischen Revolution (eine Bearbeitung von Thiers' Werk). Mis sämtliche Schriften erschienen zu Paris (5 Bde., 1844— 46). Eine übersetzung seiner «Auserlesenen Schriften v (5 Bde., Heidelb. 1835—36) lieferte Schäfer.