FeedMenuet
MusikBrockhaus 1882

Menuet, eine ältere Tanz⸗ und Tanzmelodiengattung, ursprünglich aus Frankreich stammend, und zwar aus der Provinz Poitou, von wo sie um 1650 an den Hof Ludwigs XIV. kam. Durch edeln, anmutig würdevollen Anstand ausgezeichnet, wurde die M. neben der ältern Sarabande (s. d.) der Tanz der vornehmen Welt. Ihren Namen soll sie, der üblichen Annahme nach, von den graziösen kleinen menu) Schritten erhalten haben, mit denen sie ausgeführt wurde. Die M. wird jetzt selten mehr getanzt. Als Melodie steht sie stets im Dreiviertelzalt und wird in zwei Reprisen von je acht (oder sechzehn) Takten formiert. Der musikalischen Mannigfaltigkeit wegen wird nach dem Schlusse der zweiten Reprise noch ein zweiter Satz eingeführt, der ebenfalls wieder aus zwei Repetitionen besteht, rhythmisch dem ersten ganz ähnlich eingerichtet ist, aber an Charakter zu diesem möglichst in Kontrast gestellt wird. Gewöhnlich wird dieser zweite Teil in einer der Haupttonart näher verwandten Nebentonart gesetzt. Weil man ehedem den ersten Menuetsatz gemeinhin nur zweistimmig schrieb mit ausjüllendem Grundbaß nebst Klavierharmonie (lerste und zweite Violine unisono und Baß), so bediente man sich dann, um größere Mannigfaltigkeit zu erzielen, für den zweiten Satz lauch Mennetto secondo genannt) der Dreistimmigkeit, und daher hat dieser Teil der M. (und auch anderer neuerer Tänze) den Namen Trio erhalten. Die Bewegung der Menuetmelodie ist eine mäßig geschwinde, und ihrem musikalischen Charalter soll reizender Anstand und edle Einfachheit innewohnen. Als Charakterstück wurde die M. bald in die größern mehrsätzigen Kompositionen jener Zeit, die Suite, Partita und Sonata, aufgenommen, wie auch später in das Streichquartett, die Orchestersymphonie und die Klaviersonate. In neuerer Zeit nimmt in den angeführten Formen zumeist das Scherzo (s. d.) die Stelle der M. ein. Menafiye, eine der reichsten Provinzen oder Mudiriyes Agyptens im Nildelta, 1583 akm Fläche mit 484550 C. und dem Hauptorte Schibin-el-Kom.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 628Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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