Menzel (Adolf Friedrich Erdmann), berühmter Historienmaler, geb. 8. Dez. 1815 in Breslau, wo sein Vater eine lithographische Anstalt besaß. Im J. 1830 siedelte der Vater nach Berlin über, wo M. sich als Autodidakt künstlerisch weiter bildete. Die in der lithographischen Technik erworbene Fertigleit befähigte ihn, 1833 mit einem Cyklus lithographischer Federzeichnungen: Künstlers Erdenwallend, vor die Offentlichkeit zu treten, welches Werk ihm die unumwundene Anerkennung Gottfried Schadows und den Beifall der gesamten Künstlerschaft erwarb. M. ging nun, ebenfalls ganz auf eigene Hand, 1835 zum Studium der Olmalerei über; 1836 erschienen seine von ihm selbst auf Stein gezeichneten 12 Blätter aus der brandenb. preuß. Geschichte; andere Kompositionen, darunter mehrere satirische, folgten, und 1837 errang er sich mit dem dritten seiner Olbilder: Rechtskonsultation, die Anerkennung auch als Maler. Im Laufe der nächsten 10 Jahre trat er noch mit mehrern Olgemälden hervor (unter anderm: die Musikstörung, Gustav Adolf mit seiner Gemahlin in Hanau) und zeichnete im Auftrag des Hessischen Kunstvereins 1847 einen Nuson Karton: Einzug Heinrichs des Kindes in Marburg im J. 1247; aber die Hauptthätigkeit dieser Periode galt den Arbeiten für den Holzschnitt, zeitweise unterbrochen durch Versuche im Radieren auf Kupfer (6 Blatt, 1843). Durch die mit Kugler unternommene Geschichte Friedrichs d. Gr.v wurde M. tiefer in das Studium der Zeitgeschichte dieses Königs hineingeführt; bekannt sind die geistreichen Illustrationen, 400 an der Zahl, mit denen er jenes Volksbuch (1839 — 42) schmückte. Seine geniale Manier zu zeichnen eröffnete den Holzschneidern Unzelmann, den beiden Vogel und seinem Schüler Hermann Müller einen glänzenden Wirkungskreis. Friedrich d. Gr. und seine Zeit blieb nun der Hauptstoff für Mis künstlerische Thätigkeit. Außer der illustrativen Ausstattung der Prachtausgabe der Werke Friedrichs d. Gr., welche 1843—49 erschien (die Illustrationen M.s hierzu erschienen 1882 als besonderes Werk in 4 Bänden), den Kompositionen zu dem Prachtwerke Friedrichs d. Gr. Armee in ihrer Uniformierungo (3 Bde., Berl. 1842—57), in ausgemalten Federzeichnungen auf Stein, nur in 30 Exemplaren vorhanden, den Zeichnungen zu den „Soldaten Friedrichs d. Gr. » (1846—49), endlich „Aus König Friedrichs Zeito, 12 größere Holzschnittbildnisse seiner Kriegshelden in halber Figur (1850—55), beschäftigten den Künstler auch die Darstellungen jener Zeit in Form von größern histor. Olgemälden. Den Anfang machte auf der Ausstellung von 1850 das Bild: Friedrichs d. Gr. Tafelrunde in Sanssouci 1750; 1852 erschien: das Abendkonzert Friedrichs d. Gr. (jetzt Eigentum der Nationalgalerie), 1854: Friedrich d. Gr. auf Reisen (Galerie Ravené in Berlin), 1855: Friedrich d. Gr. bei der Huldigung in Breslau im J. 1741 (im Auftrag des Schlesischen Kunstvereins gemalt), 1856: nächtliche Kampfscene bei Hochkirch 1758 lin der Gemäldegalerie des königl. Schlosses), 1857: die erste Begegnung Friedrichs d. Gr. mit Joseph II. in Neisse (jetzt im Besitz des Großherzogs von Weimar), 1858: Blücher und Wellington am Abend der Schlacht bei Waterloo (gemalt für die Gedenkhalle im kronprinzlichen Palais). Der eigentümlichen Technik wegen sind M.s „Versuche auf Stein mit Pinsel und Schabeisenv (Berl. 1851) zu erwähnen. In derselben Technik vervielfältigte er sein sür die Weihnachtsausstellungen der berliner Künstler gemaltes Transparentbild: Christus als Knabe im Tempel lehrend, welche Darstellung gleich einer andern: die Austreibung der Wechsler aus dem Tempel, vermöge ihrer eminent realistischen Auffassung außerordentliches Aufsehen erregte. An monumentalen Arbeiten von seiner Hand sind die al fresco gemalten überlebensgroßen Figuren der Hochmeister Siegfried von Feuchtwangen und Ludger von Braunschweig im Remter des Schlosses zu Marienburg (1855) zu nennen. Mehrfach wurde daneben der Meister vom Hofe und dem Magistrat der Stadt Berlin für festlich ausgestattete Gedenkblätter in Anspruch genommen, welche er in Aquarell und Gouache ausführte, einer Technik, die M. mit ungemeiner Meisterschaft handhabt. In einem großen Olgemälde (1861—65) stellte M. im königl. Auftrage die Krönung König Wilhelms in der Schloßkirche zu Königsberg dar. Noch sind folgende Olgemälde Mis zu verzeichnen: Sonntag im Tuileriengarten, Missionspredigt im Buchenwald bei Kösen, pariser Straßen am Wochentag, Abreise König Wilhelms zur Armee (1871), moderne Cyklopen, Ballsouper (1879), Cercle beim Deutschen Kaiser (1880), Prozession bei Gastein (1880), die Piazza d'Erbe in Verona (1884). Hervorzuheben ist auch ein Cyklus geistvoller Kompositionen zu Kleists Lustspiel «Der zerbrochene Krug (1877). Unter den neuern Gouachemalereien sind zu nennen: acht Kircheninterieurs, das gestörte Mahl, die Schmiede in Gastein, der Blick ins Dorf (in der berliner Nationalgalerie, welche auch sein seit 1863 in mehr als 50 Blättern entstandenes «Kinderalbum v besitzt). Vgl. Wessely, KAdolf M. Sein Leben und seine Werkey (Lpz. 1873).