Merida, Stadt (Ciudad) von (1877) 7390 E. in der span. Provinz Badajoz (Estremadura), 56 km östlich von Badajoz, liegt in 196 m Höhe auf einem Hügel in einer schönen, fruchtbaren Gegend am rechten Ufer des Guadiana, welchen Fluß die estremadurische Hauptstraße auf einer prächtigen, 786 m langen Römerbrücke von 81 Bogen, von Trajan gebaut, überschreitet, und ist Station der Eisenbahnen Madrid-Badajoz, M.⸗Sevilla und Arroyo-M. Die Stadt ist die durch Augustus gegründete Emerita Augusta, der hier Emeriti der fünften und zehnten Legion ansiedelte, war Sitz des Obergerichtshofs und des Proprätors der Provinz Lusitania, sowie später des westgot. Erzbischofs der Diöcese Lusitania und wurde 713 von Arabern nach langer Belagerung eingenommen und zerstört. Unter dem Namen Marida oder Borg Aschuhuda behaupteten sie den Ort bis zur Eroberung durch Alfons IX. 1230. Aus den Trümmern der zerstörten Stadt wurde das jetzige M. erbaut, in dessen Mauern und alten Häusern sich Bruchstücke von röm. Säulen, Inschriften u. s. w. eingemauert finden. Auch stammen noch einzelne Teile des Kastells aus der Römerzeit her, und außerdem sind Reste eines Theaters, des Amphitheaters, einer Naumachie, eines großen Aquädukts und mehrerer Triumphbogen, darunter der große Trajanusbogen, mitten in der Stadt vorhanden. Die kostbarste Antiquität aber ist die noch wohlerhaltene Römerbrücke.