San-Sebastian, die Hauptstadt der baskischen 167207 E.), an der Nordküste Spaniens und an der Linie Irun-Madrid der Spanischen Nordbahn, Festung und Waffenplatz ersten Ranges, Hafen- und Handelsplatz, auf einer ebenen Landzunge zwischen zwei Buchten des Biscayischen Meerbusens und terrassenförmig am Fuße eines Sandsteinbergs, des Vorgebirges Orgullo, hinaufgebaut, welcher die 202 m hohe Citadelle (Castello de la Mota) trägt und eine prachtvolle Rundschau darbietet. Die Stadt ist alt, aber seit der Zerstörung durch die Engländer, die sie 31. Aug. 1813 erstürmten, plünderten und niederbrannten, sehr regelmäßig und modern aufgebaut und auf der Landseite von starken Festungswerken umgeben. Sie besitzt schöne, meist dreistöckige Häuser mit flachen Dächern und drei Balkonreihen, den prächtigen Konstitutionsplatz mit Säulengängen und einem monumentalen Brunnen, zwei Pfarrkirchen, ein Nonnenkloster, ein Militär- und ein Civilhospital, ein Theater, ein schönes Badehaus und Gasbeleuchtung. Auch bestehen eine Handels- und Schiffahrtsschule, eine Handelskammer, eine Succursale des Banco de Espaßa, eine große Ankerschmiede, Tapeten⸗ Segeltuch⸗ und andere Fabriken. Der an der Westseite der Stadt befindliche Hafen in der Bucht La Concha ist großen Seeschiffen zugänglich, doch nicht sicher. An der östl. Bucht befinden sich die im Sommer starkbesuchten Seebäder, die aundnahsd an der ganzen Nordküste von Spanien, und nahe der Stadt liegt in dem malerischen Thale von Loyola in einem Walde hoher Lorbeerbäume das ehemalige Jesuitenkloster San-Ignacio de Loyola, ein imposantes Bauwerk mit prachtvoller Kuppelkirche. Die Stadt (Ciudad) S. zählt (1884) 22 350 C. und treibt ziemlich lebhaften Transit⸗ und Speditionshandel. Die Einfuhr besteht hauptsächlich in engl. und franz. Fabrikaten, Baumwolle, Schiffsmaterial, Stockfischen, Bauholz; die Ausfuhr in Mehl, Wein und Konserven. S. ist Sitz eines deutschen Konsulats.