Mesocco (Valle) oder Mesolein a, deutsch Misox, heißt das Thal der Mösa (s. d.) im schweiz. Kanton Graubünden. Rechts durch eine 223000m hohe felsige Zweigkette des Adulagebirges, links vom Massiv des Pizzo della Lumbreda (2977 m) und einem südl. Ausläufer des Pizzo Tambol3276 m) umschlossen, erstreckt sich das 36 Km lange, an der Sohle selten über Ikm breite Thal vom St. Bernhardin zuerst in südsüdöstl. dann in südwestl. Richtung bis zur Grenze des Kantons Tessin. Die großartige Gebirgsumrahmung, die vielen Wasserfälle der Moêsa und ihrer Zuflüsse, der plötzliche Wechsel der alpinen und südl. Scenerie, die malerischen Dörfer und die zahlreichen Burgruinen machen das M. zu einem der schönsten Thäler der ital. Schweiz. Die wichtigsten Ortschaften des Thals, das von der St. Bernhardinstraße durchzogen wird und (1880) in neun Gemeinden 4668 E. zählt, sind in der obersten Thalstufe der Kurort San-Bernardino (1626 m) mit gipshaltiger Eisenquelle, in der mittlern Cremeo oder M. (792 m, 1259 E.) mit den gewaltigen Trümmern der 1526 von den Graubündenern zerstörten Burg M., in der untersten Grono (369 m) an der Mündung des Calancathals und Roveredo (296 m, 1025 E.) mit der Ruine des Schlosses der Trivulzi. Im Mittelalter Eigentum der Grafen von Sax-M., seit 1480 dem Grauen Bunde zugehörig, kam das M. samt Calanca 1482 durch Kauf an die Trivulzi von Mailand, von deren Herrschaft sich M. 1549, Calanca 1551 loskauften.