Münsterthal, roman. Val Müstair, ital. Val Monastero, Thal und Bezirk im schweiz. Kanton Graubünden. Das Thal liegt im äußersten Südosten der Schweiz, südlich vom Unterengadin und erstreckt sich 16 kmlang, an der Sohle ½ bis 1½ km breit, vom Fuß des Ofenpasses (s. d.) zuerst südöstlich, dann nordöstlich bis zur Schweizergrenze, wo sein Fluß, der Rom oder Ram, auf Tirolergebiet übertritt, um nach 26 EKm langem Lauf bei Glurns in die Etsch zu münden. Auf drei Seiten von 2—3000 mehohen Dolomit- und Schiefergebirgen der Südrhätischen Alpen (s. Alpen 10) umschlossen, ist es ein anmutiges, etwas einförmiges Hochthal mit Lärchen-und Arvenwaldungen, ausgedehnten Alpweiden und spärlichem Ackerland. Die größten Ortschaften sind Sta.⸗Maria (1388 m) und Münster, roman. Müstair (1248 m), nach dessen angeblich von Karl d. Gr. gestifteten Benediktinerinnenkloster das Thal benannt ist. Mit dem Engadin und Tirol ist das Thal durch die Ofenpaßstraße verbunden. Von Sta.Maria führt südlich ein früher wichtiger Saumweg in sieben Stunden über das Wormsersoch (Umbrail, 2512 m) zur Stelviostraße (Stilfserjoch). Der Bezirk M., der außer dem M. und seinen wenigen Seitenthälchen nur das im Gebiet des Spöl (s. Livigno) gelegene aßt, hlt der Münsteralpen (Val da Fraéle) umfaßt, zählt (1880) auf 193 àkm in 6 Gemeinden 1449 E. (756 Reformierte, 693 Katholiken) meist roman. Zunge, deren Haupterwerbsquelle die Alpenwirtschaft ist. Mittelalter gehörte das M. größtenteils den Bischöfen von Chur, aus deren Gebiet sich Ende des 14. Jahrh. der Gotteshausbund bildete; gleichzeitig stand es aber auch unter der Herrschaft Osterreichs, von der es sich erst 1733 vollständig losmachte. Vgl. Foffa, Das bündnerische M. » (Chur 1864).