FeedMeszäros (Lazar)
GeschichteBrockhaus 1882

Meszäros (Lazar), ungar. Revolutionsgeneral und Kriegsminister, geb. 20. Febr. 1796 zu Baja im Bacser Komitat in Ungarn, nahm an den Feldzügen 1814 und 1815 und an dem Kampf gegen die Aufständischen in Modena und in den Legationen 1831 Teil; 1844 wurde er Oberst im fünften Husarenregiment. In ar Eurache ae machte sich M. durch mehrere in ungar. Sprache abgefaßte Schriften über Landbau und Gartenkunst bekannt und wurde 1844 von der Ungarischen Akademie zum Mitglied ernannt. Im J. 1848 übernahm M. im neuen ungar. Ministerium das Kriegsportefeuille. Im ungar. Reichstage vertrat er seinen Geburtsort Baja. Als der offene Kampf zwischen Österreich und Ungarn ausbrach, erklärte er sich entschieden für die nationale Sache und vollzog rasch und geschickt die Organisation der ungar. Armee. Minder glücklich war M. als Anführer. Nach der Unabhängigkeitserklärung vom 14. April 1849 trat er von seinem Posten zurück und leitete im Süden den Kampf gegen die Raizen und den Sturm auf St. Tamas. Als Anfang Juli 1849 Görgei das Oberkommando abgenommen werden sollte, ward M. mit demselben betraut. Er folgte der Regierung auf ihrem Rückzuge bis Temesvär und beteiligte sich an den Schlachten von Szöveg und Temesvär. Nach der Waffenstreckung von Vilägos (13. Aug. 1849) wandte er sich mit Dembinski nach der Türkei, 1851 nach Frankreich, von wo er 1853 nach Amerika übersiedelte. Im Okt. 1858 kam er nach England; hier starb er schon 16. Nov. 1858 zu Eywood in Herefordshire. Eine Biographie M. mit Briefen erschien 1866 zu Pest.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 655Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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