Gorove (Stephan von), ungar. Minister, geb. 1819 zu Pest, wo er seine Studien beendigte und sich auch frühzeitig mit der Litteratur 31 Fahtigte. Später wurde er im Temeser Komitat Fü rer der oppositionellen Partei. Von 1842 bis 1843 machte er eine größere Reise in Westeuropa, deren litterarische Frucht sein Werk: Nyugoto (Der Occidento, 2 Bde., Pest 1844) ist. Er schloß sich dann in Pest den Bestrebungen Ludwig Kossuths an, veröffentlichte das Werk Nemzetiségy (Nationalitäto) und wurde schon 1843 in die Ungarische Akademie gewählt. Im J. 1848 wurde er Mitglied des ungar. Landtags; er stellte am 3. Aug. 1848 den Antrag auf ein enges Bündniß Ungarns mit dem Deutschen Reiche; übrigens opponierte er entschieden der extremen Linken, blieb jedoch der Partei Kossuth getreu. An der Redaction der Unabhängigkeitserklärung Ungarns vom 14. April 1849 nahm er auch Anteil, ohne sie jedoch zu billigen. Nach dem Tage von Vilägos floh er in die Türkei und begab 67 von dort nach dem westl. Europa. Im J. 1856 kehrte er in die Heimat zurück. Bei dem Wiederaufleben verfassungsmäßiger Zustände in Ungarn (1861) schloß sich G. Deäks Partei an; er war seither stets Mitglied des ungar. Reichstags, wurde 1867 ungar. Minister für Ackerbau, Gewerbe und Handel, später für Kommunikation und Wirklicher Geheimer Rat, trat 1871 aus dem Kabinett und stand seit 1876 an der Spitze der liberalen oder Regierungspartei. G. starb 31. Mai 1881 in Pest.