FeedMetaxas (Andreas)
GeschichteBrockhaus 1882

Metaxas (Andreas), neugriechischer Staatsmann, geb. 1786 auf der Insel Cephalonia, trug während der Krisisjahre des großen Kampfes (1824—27) in den verschiedenen hohen Amtern, die er nacheinander bekleidete, nicht wenig dazu bei, die Eintracht zwischen den hadernden Parteien wiederherzustellen. Seiner Initiative und der Zusammenwirkung mit Kolokotronis (s. d.) war hauptsächlich die Wahl des Grafen Kapodistrias zum Präsidenten Griechenlands zu verdanken, der ihn zum Kriegsminister ernannte. Nach dem Tode des Präsidenten war M. Mitglied des Fünfer-Ausschusses, nach der Flucht des Angusti Kapodistrias Mitglied des Siebener-Ausschusses, wurde nach Ankunft des Königs Otto (1833) zum Staatsrat ernannt und als Nomarch nach Lakonien, bald darauf als bevollmächtigter Minister nach Madrid und Lissabon gesandt. Im J. 1840 zurückberufen, nahm er im Staatsrat Platz und erhielt auch auf kurze Zeit das Portefeuille des Kriegsministeriums. Im J. 1843 wurde M. Ministerpräsident, mußte 11. April 1844 Maurokordatos weichen, erhielt nach einigen Monaten unter Kolettis das Finanzportefeuille, welches er ungefähr ein Jahr behielt. Im J. 1847 fungierte M. wieder auf kurze Zeit als Finanzminister, und 1850 wurde er Gesandter in Konstantinopel, wo er bis 1854 blieb. Er starb in Athen am 19. Sept. 1860. Konstantin M., ein Vetter des vorigen, geb. 1793 in Cephalonia, nahm am griech. Freiheitskampfe teil und starb 1870. Nach seinem Tode erschienen seine «Historischen Denkwürdigkeitenv Ee 1878; ital. von Grotta, Lucca 1882).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 663Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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