FeedMetastäse (grch.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Metastäse (grch.), Versetzung oder Umstellung, in der Medizin die Erscheinung, daß ein Krankheitsprozeß, der zuerst an einem bestimmten Körperteil auftrat, nach einiger Zeit und in ganz analoger Form an einer entfernten Stelle erscheint, wobei die primäre Krankheit entweder fortdauern oder auch verschwinden kann. Die M. erfolgt in den meisten Fällen vermittelst des Blutstroms, indem durch diesen größere oder kleinere Stücken von den Krankheitsprodukten (Blutgerinsel, Eiter etc.) fortgeführt und an andern Stellen des Gefäßsystems abgelagert werden (s. Embolie); auf diese Weise entstehen metastatische Abscesse und Entzündungen, metastatische Geschwülste etc. In andern Fällen gelangt eine Substanz in gelöstem Zustand in den Blutstrom und wird nachträglich an irgend einer andern Stelle des Körpers abgelagert; so entstehen bei der Gicht die bekannten aus harnsauren Salzen bestehenden Gichtknoten in den Gelenken, den umgebenden Bändern und den Ohrknorpeln.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 663Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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