FeedMeteller
GeschichteBrockhaus 1882

Meteller, eine Familie des plebejischen Geschlechts der Cäcilier, die seit dem 3. Jahrh. v. Chr. zu den angesehensten der röm. Nobilität gehörte. Ihre Bedeutung begründete Lucius Cäcilius Metellus, der im ersten Punischen Kriege zweimal (251 und 247 v. Chr.) Konsul war und, 243 Pontifex Maximus geworden, 241 Heiligtümer, angeblich das Palladium, aus dem Tempel der Vesta bei einem Brande rettete. Er erblindete dabei und erhielt dann die Erlaubn:8, die keinem andern Privatmann je erteilt wurde, im Wagen in den Senat zu fahren. Quintus Cäcilius Metellus Macedonicus erhielt seine Beinamen, weil er als Prätor 148 v. Chr. den Andriskos besiegte, der sich unter dem Namen Philippos zum König von Maceedonien aufgeworfen hatte. Als Konsul und Prokonsul 143—142 kämpfte er mit Erfolg gegen die Celtiberier, und 131 bekleidete er mit Auintus Pompejus die Censur. Von den Alten wurde sein Glück gepriesen, das sich namentlich darin bewährt habe, daß, als er 115 starb, schon der dritte seiner Söhne das Konsulat, der vierte die Prätur erlangt und der älteste, Quintus, der von der Unterwerfung der Balearischen 27 eln 123 und 122 den Beinamen Balea ricus erhielt, überdies triumphiert hatte. Lucius Cäcilius Metellus Dalmaticus, Neffe des vorigen, erhielt seinen Beinamen davon, daß er 119 als Konsul die Dalmatiner besiegte. Quintus Cäcilius Metellus Numidicus, jüngerer Bruder des vorigen, wurde 109v. Chr. Konsul und kämpfte siegreich gegen Jugurtha in Numidien, bis ihm 107 der Oberbefehl durch Marius entzogen wurde. Er bekleidete 102 die Censur ging 100 wegen seiner Weigerung, das Ackergesetz des Volkstribunen Saturninus (s. d.) als Senator zu beschwören, in die Verbannung und starb bald, nachdem er 99 aus Asien zurückberufen worden. Sein Sohn, Quintus Cäcilius Metellus, erhielt wegen des Eifers, mit dem er sich bei dem Volke um die Zurückberufung seines Vaters bemühte, den Beinamen Pius. Er focht als Prätor und Proprätor 89 und 88 v. Chr. im Bundesgenossenkriege und ging nach des Marius Rückkehr 87 nach Afrika. Im J. 83 schloß er sich an Sulla an, als dieser nach Italien zurückkehrte, und siegte bei Faventia über Papirius Carbo und Norbanus. Er ward hernach Pontifex Maximus und bekleidete mit Sulla, den er in den Proskriptionen zu mäßigen gestrebt hatte, 80 das Konsulat; dann erhielt er 79 das jenseitige Spanien zur Provinz und gegen Sertorius den Oberbefehl, den er 76—72 mit Pompejus teilte. Er starb 64. Quintus Cäcilius Metellus Creticus erhielt diesen Beinamen von seinen Kriegen in Kreta, das von ihm, nachdem er 69 v. Chr. mit Hortensius Konsul gewesen war, 68 und 67 unterworfen und zur Provinz gemacht wurde. Quintus Cäcilius Metellus Celer besetzte 63 v. Chr. gegen die Catilinarier als Prätor die Pässe, die über den Apennin nach dem Inrwunrete Gallien führen, das er 62 als Prokonsul verwaltete. Im J. 60 trat er als Konsul gegen Pompejus, 59 gegen Cäsars Ackergesetz auf und starb, vielleicht durch seine Gattin Clodia vergiftet. Sein jüngerer Bruder, Quintus Cäcilius Metellus Nepos, hatte unter Pompejus im Seeräuberkriege und in Asien gefochten. Als Volkstribun (Dez. 63 bis Dez. 62 v. Chr.) trat er sofort gegen Cicero beim Schlusse von dessen Konsulat und ‚0 Pompejus auf. Sein Vorschlag, daß dieser mit em Heere zur Herstellung der Ruhe nach Rom berufen werde, scheiterte an dem Widerstande des Senats und namentlich des Cato Uticensis. Er ging u Pompejus, kehrte mit ihm zurück und wurde 60 Prator und 57 Konsul. Quintus Cäcilius Metellus Pius Seipio, der Sohn des Publius Cornelius Scipio Nasica und der Licinia, wurde vom obenerwähnten Metellus Pius adoptiert und durch seine Tochter Cornelia 52 v. Chr. Schwiegervater des Pompejus. Im August desselben Jahres von Pompejius zu seinem Kollegen im Konsulat gemacht, war er für ihn bis Anfang 49 gegen Cäsar im Senat thätig. Namentlich betrieb er den Beschluß, durch den Cäsar für einen Feind des Staats erklärt wurde. Beim Ausbruch des Kriegs ging er nach Syrien, stieß 48 zu Pompejus, unter dem er in der Schlacht bei Pharsalus befehligte, und floh dann nach Afrika zu Juba, wo er, obschon er dieser Aufgabe keineswegs gewachsen war, infolge von Catos Festhalten an Formen und Rangverhältnissen, den Oberbefehl über das Heer der Pompejaner erhielt. Nach dem Verlust der Schlacht bei Thapsus 46 tötete er sich selbst auf der Flucht nach Spanien, nachdem seine Schisse durch das Geschwader des Cäsarianers Publius Sittius überwältigt waren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 664Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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