Michand (Joseph Fraugois), franz. Historiker und Publizist mit royalistischen Grundsätzen, geb. 19. Juni 1767 zu Albens in Savoyen, erhielt seine Bildung in Bourg-en-Bresse und kam 1790 nach Paris. Durch seine Journalartikel machte er sich den republikanischen Machthabern so unbequem, daß das Todesurteil über ihn gesprochen wurde; doch wirkten seine Freunde die Cassation dieses Urteils aus. Im J. 1797, wo er Redacteur der royalistischen uotidiennev war, wurde er zur Deportation nach Cayenne verurteilt. Er flüchtete nach dem Jura, wo er sein berühmtes deskriptives Gedicht Le printemps d'un proscrito (Par. 1804; vermehrt 1827) schrieb. Nach dem 18. Brumaire kehrte er nach Paris zurück, wurde 1813 Mitglied der Französischen Akademie und starb in Passy 30. Sept. 1839. Seine vorzüglichsten Werke sind: Histoire des progrès et de la chüte de 'empire de Mysore sous le regne d' Hyder-Aly et de Tippoo-Saibo (2 Bde., Par. 1801), die «Histoire des croisadesv (3 Bde., Par. 1812—17; neue Aufl., 2 Bde., Par. 1877, mit Illustrationen von Doré; deutsch von Ungewitter und Förster, 6 Bde., Quedlinb. 1827— 32) und die Bibliothègue des croisadeso (4 Bde., Par. 1830), welche Auszüge aus den Quellenschriftstellern der Kreuzzüge gibt. Um diese Zeit hatte M. mit seinem Bruder, Louis Gabriel M. (geb. 19. Nan. 1775, gest. 8. März 1858), und Giguet eine Buchdruckerei und ein Verlagsgeschäft angelegt. zu ihren vorzüglichsten Unternehmungen gehörte die („Biographie universelle ancienne ét modernen seit 1811; 2. Aufl., 45 Bde., Par. 1843—65), deren eigentliche Leitung M.s Bruder übernahm. Seinem Haß gegen Napoleon gab M. Ausdruck in seiner Mistoire des 15 semaines, ou le dernier regne de Bonaparter (Par. 1816), welche 27 Auflagen erlebte. Die «Correspondance d'Orient ([Bde. Par. 1830—39), ein Ergebnis seiner Reise nach Afrika und Kleinasien, und die «Collection de mémoires pour servir à Ihistoire de France depuis le XIIe sidcles (32 Bde.) gab er in Verbindung mit Poujoulat heraus. Miichaux (Andre), franz. Naturforscher und Reisender, geb. 1746 zu Satory bei Versailles, machte Reisen nach Persien, Nordamerika und Madagaskar und starb auf letzterer Insel gegen Ende 1802. Er schrieb Histoire des chènes de I'Amérique septentrionalep (1801; deutsch, Stuttg. 1802) und Flora Boreali-Americana (2 Bde., 1803).