Mikroskopen oder an Fernrohren angebracht und entweder feststehend oder beweglich eingerichtet. Feststehende M. kommen vor als sehr feine, sog. mikroskopische Maßstäbe und bilden ein Netz von Linien, die mittels Diamants auf Glas eingeritzt sind in Abständen von 0,1 mm und noch weniger, die Linien selber 0,1 mm breit. Dieselben werden beispielsweise auf die Blendung des Okulars eines zusammengesetzten Mikroskops aufgelegt, um mikroskopische Objekte in messen. Bei Fernrohren sitzen sie in einem Ring mit Schrauben, in dem Punkte, wo die Brennpunkte des Objekts und Okulars sich berühren. Statt der Striche auf Glasplatten (oder Perlmutterplatten) kommen auch Parallelfäden von Spinnweben oder von Platindraht vor. Derartig sind die M. der in der Vermessungskunst gebrauchten Distanzfernrohre, bei welchen mittels der Parallelfäden die Entfernung an einer bekannten Hilfsseite, der eingeteilten Distanzlatte, abgelesen wird. (S. Distanzmesser.) Alle solche M. nennt man Netzmikrometer. Bewegliche M. findet man bei Mikroskopen in Gestalt des seitlich verschiebbaren Objekttisches. Die Verschiebung erfolgt durch eine Mikrometerschraube und kann an dem Kopf derselben abgelesen werden. Man bringt erst einen, dann den andern Rand des Objekts mit einem Faden des im Okular angebrachten Fadenkreuzes in scheinbare Berührung. Ahnlich kann auch bei Fernrohren ein Parallelfaden (oder beide) durch Schrauben verschiebbar eingerichtet sein und entsteht so das Okular-Schraubenmikrometer. Auch können zwei Bilder erzeugt werden, entweder dadurch, daß das Objektivglas aus zwei getrennten gegeneinander verschiebbaren Hälften besteht, oder mittels Prismen von Krystallen mit doppelter Strahlenbrechung. Man spricht in diesen Fällen von Doppelbildmikrometern. Das Fadenmikrometer wurde 1640 von Gascoigne erfunden. Kirch in Berlin erfand 1679 ein Schraubenmikrometer, bei dem die Fäden, zwischen welche der zu messende Gegenstand gebracht wird, mittels zweier sehr feiner Schrauben einander genähert und wieder entfernt werden können. Das einfachste aller astron. M. ist die das Gesichtsfeld begrenzende Blendung selbst oder ein in derselben angebrachter genau kreisförmiger Ring, das Kreismikrometer. Dasselbe dient zur Bestimmung der Differenz in Rektascension und Deklination zweier einander naher Gestirne und läßt sich an jedem Fernrohr anbringen.